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PreisträgerInnen
2005
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14 Projekte, 2 Seite/n
Seite 1 21. Preis
Der Verein Deserteurs- und Flüchtlingsberatung ging aus einem friedenspolitischen Projekt hervor: zwischen 1991 und 1995 wurden hunderte Kriegsdienstverweigerer aus dem ehemaligen Jugoslawien durch Hilfe im Asylverfahren in Österreich unterstützt. Im Lauf der Zeit weitete sich die Zielgruppe aus. Heute kommen unsere KlientInnen aus rund 40 Ländern. Unsere Kerntätigkeit ist die rechtliche und soziale Beratung und Vertretung.
Ansprechperson: Marion Kremla
Telefon: +463 1 533 72 71, +43 699 123 347 17
E-Mail: deserteursberatung(at)utanet.at
http://www.deserteursberatung.at
Würdigung der Jury: Die Jury war insbesondere von der ruhigen und zielstrebigen Professionalität beeindruckt, mit der in einem überwiegend ehrenamtlichen Umfeld und unter oft überaus schwierigen Bedingungen Unterstützung geboten wird. Die Art und Weise, wie Asyl und Migration in Politik und Medien abgehandelt werden, bedeutet ein von vornherein heikles Arbeitsfeld. Dass der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung dabei gerade die Betreuung "hoffnungsloser" Fälle obliegt, macht Engagement und Unverdrossenheit zur Grundvoraussetzungen ihrer Arbeit; der Jury gefiel die klare Analyse der Vor- und Nachteile der geringen finanziellen Ausstattung, bedeutet diese doch zum einen, dass nur tatsächlich engagierte Leute mitarbeiten und den Grundcharakter der Beratungsstelle prägen; zum anderen wären in mancher Hinsicht sehr wohl finanzielle Anreize nötig; so hätten manche Beratene in Jahren des Umgangs mit österreichischen Behörden und Institutionen soviel praktische Erfahrung gesammelt, dass sie beste Voraussetzungen für die BeraterInnen-Tätigkeit mitbrächten; mit einer Ausnahme konnte dieses Potential jedoch nicht genutzt werden - erfolgreiche AsylwerberInnen gehören insbesondere in den ersten Jahren ihres Integrationsprozesses nicht zu jenen, die sich den Luxus ehrenamtlicher Tätigkeit leisten können. Die preiswerbende Homepage ebenso wie die persönlichen Dienstleistungen der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung weisen eine überaus starke Zielgruppenorientierung auf; dabei finden sich Kreativität und Innovativität ebenso im meist wenig spektakulären Umgang mit dem Einzelfall wie im flexiblen, zielgruppenadäquaten Abstimmen des Gesamtangebots auf die tatsächlichen Bedürfnisse der KlientInnen; die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung macht genau das mit bescheidenen finanziellen Mitteln seit Jahren beständig und erfolgreich.
2. Preis
funktion transparency whitin the Roma community as representatives of community who could be approached by victims for psycological support, advice, negotiations with the usurers and for the police help.
Ansprechperson: Kumar Vishwanathan
Telefon: +420 596 130 715
E-Mail: vzajemne.souziti(at)tiscali.cz
Würdigung der Jury: Das Projekt setzt an einem sehr spezifischen Problem an; zu dessen Lösung wurde unter maßgeblicher Beteiligung Betroffener ein Vorschlag entwickelt, dessen Umsetzung weit reichende Implikationen hat: anhand des Umgangs mit dem Problem Wucher innerhalb der Gruppe der Roma, das in seinen tagtäglichen Auswirkungen fast ausschließlich Frauen betrifft, geht es um nicht weniger als das Zusammenleben von Minderheit und tschechischer Mehrheitsbevölkerung. Dass hier gerade dem Verhältnis zwischen Marginalisierten und staatlichem Gewaltapparat Vorbild- und Vorreiterfunktion zukommt, ist nur scheinbar ein Widerspruch. Der im Rahmen des Projektes begonnene Lernprozess nützt beiden Seiten. Nicht nur dass Outsider behördlichen Autoritäten vertrauen lernen, sondern ebenso dass die beiden Polizeiassistentinnen hochrangige PolizistInnen aus ganz Tschechien bei Seminaren in Minderheiten-Angelegenheiten schulen, hat wichtige Signalfunktion. Der Jury gefiel zudem die Einbettung des Projektes in den sehr ganzheitlichen Approach der Träger-NGO; dass das Projekt tschechienweit Nachahmer und Medienecho gefunden hat, ist ebenso erfreulich wie die Unterstützung, die ihm von französischer, holländischer, britischer und auch multilateraler Seite zukommt.
3. Preis
Die Idee und damit das Ziel des Projektes ist, die Lebenswelten von Jugendlichen, insbesondere von sozial benachteiligten, "zur Sprache zu bringen": Einwegkameras werden von Streetworkerinnen an Jugendliche verteilt mit dem "Auftrag", dass sie damit fotografieren "was sie bewegt, was ihnen Spaß macht oder sie stresst ..." Die ausgearbeiteten Fotos werden tlw veröffentlicht und sind Ausgangsmaterial für vielfältige Formen der Weiterarbeit im Arbeitsfeld Streetwork.
Ansprechperson: David Hinderling, Lothar Jochade
Telefon: 0732 785 795, F: DW - 5
E-Mail: lothar.jochade(at)streetwork.at, mobile.jugendarbeit(at)streetwork.at
Würdigung der Jury: Der Jury gefielen nicht nur die fotografischen Ergebnisse von Your Viewture; im Projekt wird mit einfachen Mitteln erfolgreich Kommunikation an einem Ort und in einem sozialen Feld hergestellt, wo sie sonst schwierig wenn nicht unmöglich wäre; die offensichtliche Faszination der Jugendlichen für ihre eigenen - tatsächlich sehr herzeigbaren - Erzeugnisse, ihr Stolz auf das Selbstproduzierte lassen großes Mitteilungsbedürfnis zum Vorschein kommen; Kritik und Anfeindungen bei öffentlichen Ausstellungen aber auch Desinteresse auf der Seite der Erwachsenen(Eltern)welt zeigen, ein wie großes Manko die StreetworkerInnen abzudecken haben. Letztere jedenfalls nutzen die Fotos für ein besseres Verständnis des Blickwinkels, aus dem die mit Begeisterung knipsenden Jugendlichen die Welt anschauen; Zielgruppenorientierung und Zielgruppennähe scheinen wesentliche Stärken des prämierten Projektes. Besonders hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass dieses Projekt sich besonders den Problemlagen Jugendlicher im österreichischen kleinstädtischen bis ländlichen Milieu widmet. Bis vor wenigen Jahren galt noch die Ansicht, dass es "solche Probleme" im kleinstädtischen bis ländlichen Raum nicht gäbe. Durch die nicht vorhandene Anonymität meinte man "alles im Griff zu haben". Das Projekt Your Viewture bzw. seine Ergebnisse belegen das Gegenteil.
1000 Euro Preis
Rund zwei Prozent der österreichischen Bevölkerung oder 160.000 Menschen haben im Krankheitsfall keinen Versicherungsschutz (laut BM:GF, März 2004). Die Installierung von möglichst barrierefreien und niederschwelligen Zugängen im Gesundheitssystem ermöglicht eine direkte medizinische Versorgung für die Menschen, die sich Gesundheitsversorgung nur erschwert holen können. Darauf aufbauend verbessern eine gezielte Erfassung und begleitende Behandlung die Qualität und Nachhaltigkeit der medizinischen Versorgung mit all ihren positiven psychosozialen Effekten.
Ansprechperson: DGKS Christine Anderwald
Telefon: 0664 80150361
E-Mail: c.anderwald(at)caritas-graz.at
1000 Euro Preis
Cin Ali Lernklub + Bibliothek wollen durch ein niederschwelliges Angebot einer türkisch/deutschen Wanderbibliothek die Bildungsbarrieren der Kinder und Mütter türkischsprachiger Familien überwinden helfen. Der Name Cin Ali sollte dabei vor allem die Mütter an die eigene Schulzeit erinnern und einen direkten und emotionalen Bezug zur eigenen Lese- und Sprachsozialisation herstellen. (Cin Ali war die Hauptperson einer alten türkischen Erstlesereihe). Nach drei Semestern Aufbauarbeit ist die Einrichtung eines Lernzentrums mit integrierter Spezialbibliothek in Telfs für Herbst 2005 geplant.
Ansprechperson: Monika Himsl, Projetleiterin
Telefon: 05264/6339
E-Mail: cin-ali-lernklub(at)bibliotheken.at
1000 Euro Preis
Der geheime Garten ist ein ca. 300m² großer Garten im 15. Bezirk der Volksschule in der Reichsapfelgass 31. Er ist ein semi-öffentlicher Raum mit der Zielsetzung zusätzliche Ressourcen und Räume für Mädchen und Frauen des Stadtteils 15. Bezirk Süd zu schaffen. Hier machen Mädchen und Frauen die Erfahrung, dass es in Wien semi-öffentliche Orte gibt, die sie nutzen können und sollen. Dieser zur Verfügung gestellte geschützte Raum bietet ihnen die Möglichkeit sich zu entfalten; die "Sichtbarkeit" dessen bestimmen jedoch die Frauen und Mädchen selbst.
Ansprechperson: Mag.a Margit Wolf, Beatrix Mali
Telefon: 01 8957265
E-Mail: margit-wolf(at)zeitraum.org, beatrix.mali(at)zeitraum.org
1000 Euro Preis
Gemeinsam kochen, essen, trinken und spielen - das liegt so tief im Menschen wie Feuer machen oder säen und ernten. Es bedeutet Freundschaft, Gastfreundschaft, Frieden. Unsere Ziele: Menschen aus aller Welt zusammenzubringen und diese Vielfalt der Gemeinde "schmackhaft" zu machen. Nicht nur bei uns grenzenlos zu kochen, sondern die Idee über die Grenzen von St. Andrä-Wördern hinaus zu tragen und die Vernetzung möglicher Initiativen tatkräftig zu fördern. Regelmäßiges gemeinschaftliches Kochen und Essen im Gemeindezentrum "Alte Schule", Herausgabe des Kochbuches "Grenzenlos Kochen" zur Projekt-Dokumentation und Finanzierung, Teilnahme an Gemeindeveranstaltungen Veranstaltung des Sommerfestivals "Grenzenlos Sommer" Schaffung von Infrastruktur zur Verbreitung der Idee (Archiv, Website, Vereinslokal) Unterstützung von multikulturellen, integrativen Aktivitäten (zB Grenzenlos Spielen, Deutschkurse, gemeinsame Aktivitäten mit dem Flüchtlingsheim Greifenstein...)
Ansprechperson: Jürgen Schneider, Vereinsobmann Barbara Schneider-Resl
Telefon: +43 2242 5308
E-Mail: j.schneider(at)grenzenloskochen.at
1000 Euro Preis
LEFÖ hat folgende Arbeitsschwerpunkte: - Beratungs- und Bildungszentrum für Migrantinnen aus Lateinamerika - Gesundheitsprävention für Migrantinnen in der Sexarbeit - Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels - Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechperson: Mag. Bernadette Karner, Projektleierin
Telefon: 01-58 11 881
E-Mail: lefoe(at)aon.at
1000 Euro Preis
Mit der Ausbildung zur/m "Psychosozialen BegleiterIn" wurde ein völlig neues Berufsbild geschaffen. Der Lehrgang ermöglicht arbeitslosen Menschen, die durch psychische und/oder physische Beeinträchtigungen erschwert vermittelbar sind, einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Unter Nutzung der eigenen Erfahrungen mit "schweren Tagen", werden die LehrgangsteilnehmerInnen zu einfühlsamen BegleiterInnen älterer Menschen ausgebildet und sind bereits vorwiegend in Alters- und Pflegeheimen aktiv.
Ansprechperson: Eva Leutner, MAS, fachliche Geschäftsführung pro mente Kärnten, Mag.a Andrea Pacher, Lehrgangslei
Telefon: 0463 / 55 112, 0463 / 511 380
E-Mail: eva.leutner(at)promente-kaernten.at, lehrgangpsb(at)promente-kaernten.at
1000 Euro Preis
Das Ziel des Vereins neunerHAUS ist die Schaffung unbefristeter Wohnmöglichkeiten für wohnungs- und obdachlose Menschen. Dabei ermöglicht man den Betroffenen das Wohnen mit Tieren oder dem Partner. Die Bewohner des neunerHAUS haben die Möglichkeit ihren Wohnraum selbst zu gestalten und die Privatsphäre wird respektiert. Der Projektbeginn im November 1998 geht auf eine Bürgerinitiative im November 1998 zurück. Zurzeit wird 45 Männern und 20 Frauen das Wohnen in den Häusern Hagenmüllergasse/ Lechnerstraße ermöglicht. Im Juni 2005 startet ein Pilotprojekt, wo Männer in akuter Wohnungsnot eine vorübergehende Bleibe finden.
Ansprechperson: Mag. Markus Reiter, Mag. Michael Walk
Telefon: 0650/ 69 19 293, 0650/ 241 11 01
E-Mail: neunerhaus.reiter(at)chello.at, neunerhaus.walk(at)chello.at