SozialMarie - Preis für innovative Sozialprojekte

PreisträgerInnen 2008

15 Projekte, 2 Seite/n

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1. Preis

living books - Die "Lebende Bibliothek" (Wien)

living books ist eine Dialog-Plattform die wie eine öffentliche Bibliothek funktioniert. Die "Bücher" sind jedoch Menschen die mit Vorurteilen konfrontiert sind. Die "LeserInnen" (BesucherInnen) können diese "Bücher" für persönliche Gespräche vor Ort kostenlos "ausleihen". Beispiele für "Buchtitel": Imam, Jude, Polizist, afrikanischer Asylwerber, Muslimin mit Kopftuch, Feuerwehrfrau, Astrologin.

Ansprechperson: Christian Hortulany

Telefon: 0043 699 19600100

E-Mail: c.hortulany(at)livingbooks.at

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Würdigung der Jury: Menschen können sich in Ruhe, schnell und spielerisch mit ihren eigenen Klischees auseinandersetzen. Die "lebende Bibliothek" passt sich an den jeweiligen (öffentlichen) Raum an, öffnet ihn für einen "interkulturellen" Dialog im weitesten Sinne, entwickelt damit ihre methodische Lebendigkeit weiter. Bestechend wie Begegnung in Diversität provokativ-sensibel-leicht angeboten werden kann: Wertschätzung, Offenheit, Interesse ohne ÜberzeugenWollen erleichtert - auch in Folge? - das Leben...

2. Preis

SBS - Small Business Starter (Oberösterreich)

Es wird Strafgefangenen im Rahmen einer theoretischen und praktischen Ausbildung die Möglichkeit gegeben, Tätigkeiten kennen zu lernen und sich Grundwissen zur weiteren Vertiefung in Eigeninitiative anzueignen. Die Gefangenen sollen angeregt werden, in ihren Heimatländern, entsprechend ihren Neigungen, eigene kleine Betriebe zu führen um so ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Ansprechperson: Obstlt. Gerd Katzelberger

Telefon: 07711-2311-202

E-Mail: gerd.katzelberger(at)justiz.gv.at

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Würdigung der Jury: Eine gesellschaftlich nicht gerade hoch geachtete Zielgruppe - schwarz, straffällig, abzuschieben - erfährt mit und in diesem "eingeschlossenen" Projekt eine spezielle Wertschätzung. Eine notwendigerweise rigide Struktur zeigt erfrischend kreativen Pragmatismus im Umgang mit konkret beobachtetem Bedarf. Hohe Motivation sowohl bei den Projektbetreibern als auch bei den im Projekt lernenden und arbeitenden Insassen dankt es. Wir wünschen Nachhaltigkeit und weitere Verbreitung der ausgezeichneten Idee.

3. Preis

Roma help Roma (Ungarn)

Training and Employment of Roma School Coordinators in the disadvantaged area of Hungary

The project represents a new social approach while employing Roma school coordinators in elementary schools in disadvantaged regions of Hungary. It is a new way of looking at the social problem of Roma, as the institutions employ professionals, who become their trained helpers and that of the teachers in creating good relationship and cooperation with the parents, communicating Roma culture at schools, and solving problems arising throughout the local implementation of integrated education.

Ansprechperson: Sara Pap

Telefon: +36/148 62 850

E-Mail: ecpec(at)ecpec.hu

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Würdigung der Jury: In einem vielschichtigen Ansatz werden Roma und Nicht-Roma mit dem, was sie nicht sehen (wollen), provoziert. Schwerpunkt liegt auf dem personenorientierten, kontextbezogenen Training, die Roma-KoordinatorInnen, die es geschafft haben, dienen als Vorbild für die SchülerInnen, doch wird auch die gesamte lokale Community in ihrer Entwicklung unterstützt. Das Projekt verknüpft erfolgreich Bildung, Arbeit und interkulturellen Dialog. Es wird bereits lokal weitergeführt. Wir hoffen in großem Ausmaß.

1000 Euro Preis

CD - Neue Rechte für Gehörlose (Österreich)

"Neue Rechte für Gehörlose" ist eine CD-Rom, auf der Gesetze, die für gehörlose Menschen relevant sind, und deren praktische Auswirkungen auf Diskriminierungsschutz in Österreichische Gebärdensprache übersetzt und erklärt wurden.

Ansprechperson: Mag.a Helene Jarmer

Telefon: 01/6030853

E-Mail: h.jarmer(at)oeglb.at

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Würdigung der Jury: Das Projekt kombiniert praktische Hilfe für eine fast lautlos marginalisierte Bevölkerungsgruppe, Bewusstseinsarbeit, politischen Lobbyismus und die Förderung des Dialogs zwischen den Hörenden und den Gehörlosen. Es hat - gepaart mit den Diskriminierungsberichten - eine auch internationale Vorbildwirkung, ist Selbsthilfe in professioneller Form, und auf Nachahmung und Erweiterung angelegt.

1000 Euro Preis

Frauen-Rechtsschutz (Wien)

Der gemeinnützige Verein Frauen-Rechtsschutz wurde von Sozialarbeiterinnen und Juristinnen gegründet, um österreichweit Frauen und Kinder in Notlagen zu unterstützen, die in frauenspezifischen rechtlichen Verfahren einer finanziellen Unterstützung zur Durchsetzung ihrer Rechte bedürfen, sofern diese keinen ausreichenden Rechtsschutz durch andere Institutionen oder Personen erhalten.

Ansprechperson: Dr. Anna Sporrer

Telefon: 01-522 15 57

E-Mail: anna.sporrer(at)frauenrechtsschutz.at

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Würdigung der Jury: In einzigartiger Weise schließt das Projekt gegen Frauen wirkende Lücken im Rechtssystem mit dem Ziel sowohl den jeweiligen Betroffenen als auch den Frauen insgesamt den Anspruch auf gleiches Recht zu sichern. Frauenpolitische Themen werden juristisch bearbeitet und dadurch politisch relevant, Rechtssprechung zum Vorteil von Frauen wird forciert. Konkrete Lösungsorientierung ist gepaart mit gesellschaftlicher Sensibilisierung, gut organisiert, professionell vernetzt, kompetent und dauerhaft engagiert.

1000 Euro Preis

gabarage upcycling design (Wien)

gabarage upcycling design verbindet Design, Ökologie und soziale Verantwortung: Personen mit einer illegalen Drogenvergangenheit entwickeln und fertigen innovative Designprodukte aus Abfall-bzw. Restmaterialien. Sie erfahren eine persönliche Aufwertung, werden qualifiziert und auf den (Wieder) Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet. Der sozialökonomische Betrieb gabarage upcycling design zielt darauf ab, durch den Verkauf eigens kreierter Produkte, mittels medienpräsenter Veranstaltungen sowie Firmenkooperationen Vorurteile gegenüber dem Thema Drogensucht abzubauen und einer Stigmatisierung dieser Personengruppe entgegenzuarbeiten.

Ansprechperson: Elke Slemenik

Telefon: +43 1 585 76 32 oder +43 664 832 36 14

E-Mail: elke.slemenik(at)gabarage.at

Würdigung der Jury: Ökologie und Design verbindet sich ausgezeichnet und öffentlichkeitswirksam mit (Arbeits)Integration von ehemals Drogenabhängigen. Professionelles Management, relevante Kontakte, gute Vernetzung hilft bei der Entstigmatisierung der jungen Leute aus dem Drogenmilieu. Jung, erfolgreich, trendy - und dadurch irritierend.

1000 Euro Preis

MAGDALA (Tschechische Republik)

Hilfe den Opfern des Menschenhandels und der Zwangsprostitution

Die Projektidee ist die hochwertige Gewährung der sozialen Leistungen den Benutzern, die zum Opfer des Menschenhandels oder der Zwangsprostitution gefallen sind. Es geht um eine marginale Gruppe, die Hilfe braucht. Die meiste Population unterscheidet zwischen einer freiwilligen und unfreiwilligen Prostitution. Auf Grund unserer Erfahrungen ist der Begriff freiwillig nicht ganz eindeutig. Von den Geschichten und Erfahrungen der Frauen wissen wir, dass sie oft in nicht leichten Lebenssituationen geratet sind, in denen sie gezwungen wurden, als Prostituierten "freiwillig" zu arbeiten. Die Prostitution hat oft die Frauen bis zum Gesellschaftsrand vertrieben, woher sie alleine nur schwer zur Gewöhnlichen Lebensweise wiederkommen. Das Projekt gibt diesen Opfern die Möglichkeit ihre bisherige Lebensweise zu verändern, sich mit der Vergangenheit abzufinden, sich um die soziale Integration zu bemühen.

Ansprechperson: Kamila Srncová

Telefon: +42 073 72 30 848

E-Mail: Srncova.Kamila(at)seznam.cz

Würdigung der Jury: Einer marginalisierten und stigmatisierten Zielgruppe wird problemadäquat und situationssensibel Unterstützung angeboten - die Frau entscheidet selbst, wie und wie viel sie dieses Angebot nutzen will, sie erteilt den Auftrag. Durch die gleichzeitige Sensibilisierungsarbeit, insbesondere in Schulen, wird der Kontext erweitert, er reicht wohl bis nach Österreich

1000 Euro Preis

Mein Körper gehört mir (Steiermark)

"Mein Körper gehört mir" ist ein theaterpädagogisches Projekt gegen Kindesmissbrauch mit leicht verständlichen Alltagsszenen, die die Kinder nicht auf reine Konsumierung beschränken, sondern zu Rollenspielen, Fragen und Gesprächen, zu Mitgestaltung, zu Analyse und Kommentar anregen. Kontinuierliche Steigerung in drei aufeinander aufbauenden und vertiefenden Teilen. Die Atmosphäre ist Vertrauen erweckend - und so ernst wie humorvoll. Das Lernen ist spielerisch - und dennoch tiefgründig.

Ansprechperson: Günther Ebenschweiger

Telefon: 0316 / 72 24 24 oder 0676 / 4 25 4 25 4

E-Mail: g.ebenschweiger(at)aon.at

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Würdigung der Jury: Das Projekt kommt zu den Schulen, leicht verständliche Alltagsszenen laden die Kinder zur Mitgestaltung ein: mobil und interaktiv werden Kinder als Wahrnehmende ernst genommen und sollen sich selbst ernst nehmen - der beste Schutz vor Missbrauch. Kriminalprävention von der besten Sorte.

1000 Euro Preis

Nahversorger- Minimarkt im Salzkammergut (Oberösterreich)

Die Minimärkte im Salzkammergut schaffen für Menschen ohne Mobilität Nahversorgung. Die Minimärkte bieten Lehrausbildungen mit Unterstützungen für junge Menschen mit psychosozialer Beeinträchtigung. Die Minimärkte bieten Beschäftigung mit hoher Akzeptanz der Bevölkerung für Personen mit sozialpsychiatrischem handicap. Die Minimärkte leisten einen Beitrag zur Entstigmatisierung von psychisch Erkrankten.

Ansprechperson: Mag. Hans Neußer-Harringer/Helmut Steinkogler

Telefon: 07612/76939 oder 0664/5233722

E-Mail: neusser-harringerh(at)promenteooe.at

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Würdigung der Jury: Eine gelungene Kombination von Nahversorgung im ländlichen Raum und Entstigmatisierung von Menschen mit sozialen bzw. psychischen handicaps. Lokal verankert, verschiedene Bedürfnisse und Bedarfe abdeckend, mit dem Angebot an die jeweiligen Fähigkeiten angepasst, mehrfach entstigmatisierend, konkret und zukunftsweisend. Das Projekt findet bereits NachahmerInnen, hoffentlich noch vielfach.

1000 Euro Preis

Retextil Program (Ungarn)

Retextil is a human and ecological program. The primary aim of Retextil Foundation is to provide communities with a unique way of making textile products from waste textile materials, and to achieve personal and interpersonal development with the help of this creative process. While the emphasis of the Retextil project was initially on recycling and employment, eventually the emphasis shifted toward other aspects: the use of this creative activity in the improvement of mental health and rehabilitation; creation of Retextil works of art and the use of community art workshops in community development projects.

Ansprechperson: Angéla Thiesz

Telefon: +36-70-7758590

E-Mail: retextil(at)gmail.com

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Würdigung der Jury: Auffallend die Kombination von Recycling, Rehabilitation und Kommunalentwicklung unter dem Dach der Kunst. Menschen mit handicaps, normalerweise gesellschaftlich marginalisiert, werden für die community "profitabel": sie stellen ökologisch-künstlerisch Wertvolles und Praktisches her und treten damit auch noch in den Raum... Der Blick der NichtBehinderten ändert sich. Ein vielschichtiges, wertschätzendes, national und international ausstrahlendes Projekt

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