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PreisträgerInnen
2007
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15 Projekte, 2 Seite/n
Seite 1 21. Preis
Connecting people vermittelt ehrenamtlich tätige Erwachsene in Patenschaften zu unbegleiteten minderjährigen und jungen erwachsenen Flüchtlingen. Diese Patenschaften sind eine längerfristige Begleitung und Unterstützung eines Jugendlichen im Alltag. Die PatInnen erhalten eine umfassende Schulung und werden in ihrer Patenschaft mit Information, Beratung und Treffen sowie gemeinsamen Aktivitäten vom Projektträger unterstützt.
Ansprechperson: Dr. Klaus Hofstätter (Wien), Dr. Claudia Maczkiewicz (Graz)
Telefon: 01/532 12 91-13 oder 0316 908070-21
E-Mail: hofstaetter(at)asyl.at
http://www.asyl.at/connectingpeople
Würdigung der Jury: Für Kost und Logis unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ist gesorgt. Um das Manko darüber hinausgehender öffentlicher Obhut zu lindern, stellt Connecting People den Jugendlichen PatInnen zur Seite, die in einem 2-monatigen Kurs mit nötigem BegleitWissen ausgestattet werden. Die Beziehungsgestaltung erfolgt nach individuellem Bedarf und Wunsch, Connecting People liefert beiden Seiten Beratung und Unterstützung. Unternehmensbildungspatenschaften ergänzen nunmehr das Angebot. Wendigkeit, Vielseitigkeit, Sorgfalt und Strahlkraft des Projekts sind beachtlich. Nach Graz und München ist dem Projekt Nachahmung anderswo zu wünschen.
2. Preis
Die Kommunikationskampagne Black Austria zum Abbau von Vorurteilen über in Österreich lebende schwarze Menschen: Weil des Leben nicht schwarz - weiß ist. In Österreich lebende schwarze Menschen sind nach wie vor mit erheblichen Problemen konfrontiert. Probleme, die in erster Linie durch Vorurteile entstehen. Die Initiatoren der Kampagne sind überzeugt, dass der Nährboden von Vorurteilen und Diskriminierung Unwissenheit ist. So ist weitgehend unbekannt, dass 75 % der in Wien lebenden AfrikanerInnen Matura und 33 % einen Universitätsabschluss haben. Viele der in Österreich lebenden schwarzen Menschen sind als Intellektuelle, KünstlerInnen und UnternehmerInnen eine wichtige Säule der Gesellschaft.
Ansprechperson: Simon INOU, Beatrice ACHALEKE
Telefon: +43 1 9660 425
E-Mail: simon(at)blackaustria.at
Würdigung der Jury: Frech, unbekümmert, provokant spricht eine Foto- und Plakatserie integrationsbehindernde Vorurteile direkt an. Auf höchstem ästhetischen Niveau. Präzisest getextet. Vom Mangel an Finanzen nur zu größerem Engagement angeregt. Und mit durchschlagendem medialen Erfolg. Hier gibt's Selbstbilder jenseits allen Mitleids, stolzes Bestehen auf eigenen Leistungen, nirgendwo Betteln um Spenden. Die bösen schwarzen Drogendealer und die armen schwarzen Opfer des allgegenwärtigen Rassismus weisen mit Nachdruck darauf hin, dass 75% der in Wien lebenden AfrikanerInnen Matura haben und 33% einen Universitätsabschluß. Wir bitten um Fortsetzung.
3. Preis
In Österreich haben derzeit zehntausende Menschen aus verschiedenen Gründen keinen Zugang zu einem Bankkonto und sind daher kaum in der Lage, den Wiedereinstieg in ein "normales" Geld-Leben zu schaffen. Ziel dieser einzigartigen sozialen Initiative "Bank für Menschen ohne Bank" ist es, ihren Kunden die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben zu ermöglichen, ihre Selbstverantwortung zu stärken und neue Sicherheit im Umgang mit Geld zu vermitteln.
Ansprechperson: Dr. Evelyn Hayden
Telefon: +43 05 0100-6 23090
E-Mail: evelyn.hayden(at)diezweitesparkasse.at
http://www.diezweitesparkasse.at
Würdigung der Jury: Unerhört: eine "Bank für Menschen ohne Bank". Ein Girokonto ist heutzutage Bedingung für Teilnahme am normalen Leben. 180 ehrenamtliche MitarbeiterInnen machen es möglich: Leute in Privatkonkurs, die der betreuenden Schuldnerberatung oder der Caritas Seriosität im Umgang mit Finanzen bewiesen haben, erhalten im 2. Wiener Gemeindebezirk ein Girokonto. Ohne Überziehungsmöglichkeit, aber mit Bankomatkarte und allem üblichen Beiwerk. Zu Vorzugskonditionen: so gut wie spesenfrei. Das von der Zielgruppe ausgezeichnet angenommene Projekt zieht immer größere, nicht nur mediale Kreise: Die Ausdehnung auf Österreich steht bevor.
1000 Euro Preis
BIZEPS INFO Online ist DER Nachrichtendienst am Behindertensektor. Tagesaktuell beziehen Autoren und Autorinnen zu Sozialpolitik, Kultur, Barrierefreiheit und anderen Themen im Bezug auf Behinderung Stellung. "Das Forum" bietet eine Plattform für Komentare und das "Schwarze Brett" Platz für Ankündigungen von Veranstalltungen. Derzeit sind 7354 Artikel im Archiv verfügbar und 300 Autorinnen und Autoren eingetragen.
Ansprechperson: Martin Ladstätter
Telefon: 01 /523 89 21
E-Mail: office(at)bizeps.or.at
Würdigung der Jury: Bizeps ist ein Nachrichtendienst für Behinderte als Zeitschrift, EMail, Diskette, barrierefreie Website, Audio Online und Gebärdensprachevideos. Auf die derzeit über 7.000 Artikel von Bizeps-Online wurde im Lauf des Jahres 2006 fast 3,4 Millionen Mal zugegriffen, 35% mehr als im Jahr davor. Thematische Schwerpunkte sind Selbstbestimmung und Gleichstellung. Beteiligt sind rund 300 AutorInnen. Das Projekt wirkt überaus wendig und vielseitig und um Zielgruppennähe und -adäquatheit bemüht - was sich auch in ständiger Weiterentwicklung niederschlägt. Die Zugriffszahlen zeigen den Bedarf und sprechen für den Erfolg des prämierten Projektes.
1000 Euro Preis
Average roma community member has very low level of achieved education (close to illiteracy), which is the reason why high unemployment and crime is widespread among roma people. Our project tries to solve a problem of socially neglected Roma children. Parents do not teach them majority language basics in the preschool age, therefore this children do not understand teacher in a school and so they are automatically moved to special schools for children with low IQ. This is the cause of their mental degeneration and social pathology grow.
Ansprechperson: Martina Justová
Telefon: 00421 903 368340
E-Mail: just(at)nextra.sk
Würdigung der Jury: Aus Arbeit mit Häftlingen entstanden, im Selbstverständnis präventiv, bietet das Projekt des Sozialzentrums Majak in einer slowakischen Kleinstadt Roma-Kindern im Vor- und Frühschulalter Zugang zu Computern, wo für das Projekt entwickelte Spiel-Programme Slowakisch-Lernen fördern. Denn soziale Exklusion von Roma ist v.a. bildungs- und sprachbedingt. Das breit gefächerte Angebot an die Kinder stützt sich auf eine Roma-Betreuerin, individuelle Therapie u.a.m. Dem medial erfolgreichen Projekt ist oftmalige Nachahmung zu wünschen - auch eine Adaptierung für andere marginalisierte Minderheiten wäre leicht zu bewerkstelligen.
1000 Euro Preis
Das Integrationsfrühstück des Neumarkter BürgerInnen Service bietet Migrantinnen und Frauen ein Plattform sich zu treffen und auszutauschen, eigene Wünsche, Sehnsüchte und Anliegen zu definieren und Umsetzung von Projekten, die daraus entstehen. Emanzipation und Gleichstellung beginnen mit dem eigenen Sebstwert. Die Partizipation und Präsenz in der Wohngemeinde stehen beim Integrationsfrühstück im Vordergrund, das Verbindende der Frauen steht über dem nationalen Anderssein.
Ansprechperson: Monika Bundt
Telefon: 06216/7717
E-Mail: nbs(at)neumarkt.at
http://www.buergerinnenservice.neumarkt.at
Würdigung der Jury: Deutsch-Kenntnisse sind für Migrantinnen der erste Schritt aus der Isolation und zur Selbständigkeit. Der Deutschkurs erwies sich als ungenügend. Seit einem knappen Jahr findet das wöchentliche Migrantinnen-Frühstück beträchtlichen Anklang. Auch Schwieger- und Großmütter kommen. Die Runde gibt Möglichkeit zu Austausch und informellem Ansprechen wirklicher Probleme. Das wendige, bedarfsgeleitete, im kleinstädtischen Flachgau-Umfeld erstaunliche Projekt entwickelt sich beständig weiter: Alphabetisierungskurs folgt. Und demnächst auch der öffentliche Auftritt der Migrantinnen: Nordic Walking-Stöcke sind schon beschafft.
1000 Euro Preis
Seit in Kraft tretend es Fremdenrechtspakts 2005 werden Binationale Ehepaare und Lebensgemeinschaften werden mehr als "Bittsteller" betrachtet und behandelt, die sich im rechtlosen Raum bewegen. Die Initiative Ehe ohne Grenzen versucht, aus diesem rechtlosen Raum, den auferlegten Sujets und Rollen auszubrechen und gegen diese anzukämpfen. Betroffene Ehepaare verlassen die Passivität, entwickeln sich zu SpezialistInnen für erlebte Diskriminierung und Menschenrechte, bringen ihr Erfahrungs- und Erlebniswissen ein und zeigen Eigeninitiative. Die aktiven Mitglieder der Initiative sind allesamt binational verheiratet und "wissen genau wovon sie sprechen".
Ansprechperson: Katharina Rohrauer
Telefon: 0699/81868336 oder 0650/7420067
E-Mail: office(at)ehe-ohne-grenzen.at
http://www.ehe-ohne-grenzen.at
Würdigung der Jury: Betroffene als ExpertInnen. In Reaktion auf das Fremdenrechtspaket 2005 entstanden, ist Ehe ohne Grenzen eine Selbsthilfegruppe für binationale/bikulturelle (nicht-EU) Beziehungen. Es geht insbesondere um Sichtbar-, Wahrnehmbarwerden. Dem dienen u. a. wöchentliche Demonstrationen vor dem Innenministerium, ein Film und eine Vielzahl von Aktionen, so die Flugblattaktion "Sprengt das Fremdenrechtspaket". Vielfältig und medial erfolgreich, ist das Projekt problemadäquat und hoffentlich ein anhaltender Anlaß (siehe Ute Bock-Preisverleihung im Parlament), österreichische Fremdenpolitik an ihrer Globalisierungsrhetorik zu messen.
1000 Euro Preis
Das Projekt bietet den Menschen, für die Schubhaft in Salzburg vollzogen wird, die Auseinandersetzung mit ihrer Situation mit den Mitteln der bildenden Kunst. Es wird zweimal in der Woche für jeweils 6 Personen unter der Anleitung einer ausgebildeten Kunsttherapeutin eine schöpferische Gruppenarbeit angeboten. Innerhalb der 2,5 Std in der Woche können die Teilnehmer/innen eine Freiheit in einer unfreien Situation erleben und selbst über alles entscheiden.
Ansprechperson: Mag.a Daiva Döring
Telefon: 0662/87 60 24 16 oder 0664/8273348
E-Mail: daiva.doering(at)diakonie.at
http://fluechtlingsdienst.diakonie.at
Würdigung der Jury: Der Jahresbericht des Menschenrechtsbeirates im Innenministerium vom März 2007 lenkt erneut Aufmerksamkeit auf die horrenden Zustände in österreichischer Schubhaft. Seit Mitte 2005 bietet das ausgezeichnete Projekt in Salzburg zwei Mal wöchentlich 2½ h Kunsttherapie für je sechs Schubhäftlinge. Dabei hat sich die Methode - Kunsttherapie ist nonverbal - als besonders geeignet für das Aufarbeiten der Schubhaft-Situtation erwiesen. Das den Schubhäftlingen gegenüber sehr wertschätzende Projekt bietet zudem die Möglichkeit des Sichtbar-Machens von Unsichtbarem: Ausstellungen tragen versteckte Wirklichkeit in die Öffentlichkeit.
1000 Euro Preis
The main goal of the Mediamonitor program of the Hungarian Civil Liberties Union, a non-profit human rights watchdog NGO in Hungary, is to break down myths, stigmas and misbeliefs around drug use and drug users, by enhancing journalists knowledge, responsibility and credibility in the field of drug related media covers. The program constantly monitors drug related articles in the Hungarian media, and reacts on biases with scientific, fact based readers letters of their own, and of the readers of their Drug Policy website www.drogreporter.hu. The aim of the Hungarian Civil Liberties Union (HCLU) is to promote the case of fundamental rights and principles laid down by the Constitution of the Republic of Hungary and by international conventions. HCLU is working for the protection of rights of vulnerable populations, such as people living with HIV/AIDS, drug users, psychiatric patients and sexworkers. HCLU is working independently of political parties, the state or any if its institutions.
Ansprechperson: István Gábor Takács
Telefon: 0036-20-463-8062
E-Mail: takacsistvan(at)tasz.hu
Würdigung der Jury: Noch mehr als in Österreich ist das Thema Drogen in Budapest & Ungarn behaftet mit Vorurteilen und Irrmeinungen weitab des gegenwärtigen Stands von Wissenschaft und Forschung. Dem will Mediamonitor abhelfen: Medienbeobachtung, Website, Vorträge und eine Vielfalt anderer Aktivitäten sollen wirklichem Wissen und einer rationaleren Haltung zum Thema Drogen Öffentlichkeit verschaffen und der Stigmatisierung vorbeugen. Dem prämierten Projekt ist zu wünschen, dass es - für JournalistInnen und Medien und darüber hinaus - zur Kontrollinstanz wird und seiner aufgeklärten Drogen-Sicht immer mehr Nachhall verleihen kann.
1000 Euro Preis
Die Ausstellung, die im Rahmen des Gedankenjahrs 2005 erarbeitet wurde, stellt Menschen mit Migrationserfahrung in den Mittelpunkt und spürt ihren individuellen Geschichten als Teil österreichischer Geschichte und Gegenwart nach. In 20 sozialfotografischen Portraits von Markus Zeiler werden Menschen unterschiedlichster Herkunft und Migrationsgeschichte vorgestellt. Den Portraits stehen in der Ausstellung Fotos gegenüber, die von den Porträtierten selbst gemacht wurden und die deren persönliches Österreich-Bild zum Ausdruck bringen. Markante Aussagen über Österreich spiegeln ihre Erfahrungen mit dem Land und seinen Menschen. Weiters enthalten die Collagen einige Informationen zur porträtierten Person.
Ansprechperson: Dr. Josef Mautner
Telefon: 0676 / 8746-7555
E-Mail: josef.mautner(at)ka.kirchen.net
http://www.menschenrechte-salzburg.at
Würdigung der Jury: Multikulturalität vom Standpunkt der "anderen" daran Beteiligten aus. Ihr bereichernder Beitrag zur österreichischen Geschichte und Gegenwart. Sich wandelnde, von den ProduzentInnen und Abgebildeten und vielfältigen Veranstaltungen begleitete Wanderausstellung: Österreich aus Sicht von 20 MigrantInnen: Fotos, Collagen, CD-Rom, TV-Film/DVD, Bildband, Unterlagen und Materialien für Schul- u. a. -Workshops. Bei der Erstellung der Ausstellung und bei ihrer Begleitung sind Repräsentierte und andere Migrationserfahrene möglichst einbezogen. Die große Nachfrage - weit über Salzburg hinaus - bezeugt den Bedarf und den Erfolg.