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PreisträgerInnen
2006
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15 Projekte, 2 Seite/n
Seite 1 21. Preis
Der Übergang Schule - Arbeitswelt ist für viele SchülerInnen eine äußerst schwierige Phase, die von zahlreichen Vorstellungen, großen Erwartungen, manchen Enttäuschungen und vielen Unsicherheiten begeleitet wird. Die SchülerInnen sollen motiviert werden diesen Übergang aktiv mitzugestalten. Durch eine geeignete Begleitung durch die Schule, die Einbeziehung von MentorInnen und die Kooperation und Koordination der verschiedenen Einrichtungen soll die Schwellenangst beim Eintritt in das Berufsleben abgebaut werden.
Ansprechperson: Dir. Christian Kompatscher
Telefon: +43 (5574) 71 618 oder +43 (699) 17145 879
E-Mail: direktion(at)hsbri.snv.at
Würdigung der Jury: Schule schaut über den eigenen Horizont: zwei Bregenzer Hauptschulen mit hohem Anteil sozial benachteiligter SchülerInnen trainieren, ermutigen und begleiten diese bei Lehrstellensuche und Berufseinstieg. Ein sorgfältig abgestimmtes Programm kommt insbesondere SchülerInnen mit Schullaufbahnverlust zugute: Klassen-WiederholerInnen, die mit der letzten Hauptschulklasse ihre Schulpflicht absolviert haben und somit um die berufsorientierenden Maßnahmen des Polytechnikums umfallen. Nach Mut-förderndem Einstieg im Klettergarten leiten Workshops zu Themen wie Vorstellungsgespräch, Telefontraining, Team- und Schlüsselkompetenzen im Lauf des letzten Schuljahres zu individueller Betreuung und Beratung über. Dabei werden Eltern so weit wie möglich einbezogen. Auch wählen die SchülerInnen eigene BetreuerInnen, sog. MentorInnen. Die zwischen SchülerInnen und MentorInnen für die Berufssuche abgeschlossenen schriftlichen Verträge nehmen beide Seiten stärker in die Pflicht. Das Projekt kann freilich nicht garantieren, in jedem Einzelfall einen adäquaten Lehr- oder Berufsplatz zu finden. Wenn es nicht klappt, gibt es - gegebenenfalls auch nach absolvierter Schulpflicht - Unterstützung beim Suchen von second best-Lösungen. Erworbenes Arbeitssuch-Knowhow und Persönlichkeit- und MUT-stärkende Auswirkungen werden auf die Zukunft der TeilnehmerInnen jedenfalls positive Auswirkungen haben und vor allem denjenigen helfen, die nicht zu den Winnern zählten. Die exzellente Vernetzung des Projektes mit der institutionellen und betrieblichen Umwelt, das Engagement aller Beteiligten, insbesondere auch der MentorInnen und vor allem der begünstigten SchülerInnen haben zusammen mit einem versatilen, bedarfs- und praxisadäquaten Vorgehen zur überraschend hohen Erfolgsquote beigetragen.
2. Preis
Die Projektidee stammt von Peers (Jugendlichen, die eine Ausbildung in Suchtprävention am Institut absolviert haben). Mit ihnen gemeinsam wurde überlegt, wie das Thema Alkoholmissbrauch im Jugendalter bei Gleichaltrigen angesprochen werden könnte. Die Idee, alkoholfreie Cocktails zu mixen und diese bei Veranstaltungen als attraktive Alternative anzubieten, wurde geboren. Gemeinsam (von den Jugendlichen und dem Institut) wurde das Projekt konkretisiert und geplant.
Ansprechperson: Mag.a Erika Kunze
Telefon: +43 (732) 77 89 36 / 26
E-Mail: kunzee(at)praevention.at
Würdigung der Jury: Von Jugendlichen für Jugendliche in ganz Oberösterreich: Auf Festen, Parties, Events shaken speziell ausgebildete Jugendliche trendige, alkoholfreie Cocktails. Und sind bei den Veranstaltungen ein Erfolg. Und reden nebenbei mit ihren jugendlichen Kunden und Kundinnen über Suchtmittel - vor allem legale wie Alkohol - und Sucht-Prävention. Die BARfuss ist mietbar. Um 275 Euro arbeiten drei Jugendliche vier Stunden lang, stellen ihre eigens gestylte Bar auf, mixen, shaken und schenken 200 Cocktails aus. Diese kann der Veranstalter gratis abgeben oder verkaufen - für höchstens 2 Euro pro Drink, denn Alkoholfreies darf nicht teurer sein als Alkoholisches. Das Projekt hat Erfolg. 2005 wurden von fünf Barfuss-Teams 130 Einsätze geleistet, 2006 werden es voraussichtlich noch mehr sein. Auch auf Feuerwehr-Festen können Barfuss-Cocktails mittlerweile mithalten und auch in traditionellen Gastronomiebetrieben haben die Barfuss-Cocktail-Kreationen Interesse geweckt und stocken manch Nicht-Alkoholika-Angebot auf. Der Jury gefiel an diesem Projekt insbesondere der trendige, von der Zielgruppe selbst gefundene Zugang zu einem wesentlichen Problem. Zu oft wird der Sucht-Diskurs vom Thema illegale Drogen dominiert, während die legale Droge Alkohol in der Öffentlichkeit wenig beachtet wird. Es handelt sich um ein schlankes Projekt - die zentrale Koordination beansprucht nur einen Viertel-Arbeitsplatz. Die Jugendlichen werden vor Ort von selbstgewählten TeamleiterInnen betreut. Das vorherrschende Klischee, dass Spaß und Freude unbedingt mit Alkohol verbunden sein müssen, wird durch das Projekt BARfuss gründlich auf den Kopf gestellt.
3. Preis
Idee ist es Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen eine Unterstützung durch ältere Jugendliche zu bieten. Konkret zielt das Projekt sowohl auf Probleme im schulischen (Nachhilfestunden), als auch im kompletten Prozess des Älterwerdens ab (Anlaufstelle, Ausflüge, Aktionen). Das Besondere hierbei ist, dass teilweise sozial privilegierte SchülerInnen aus der Oberstufe mit benachteiligten SchülerInnen aus der Unterstufe regelmäßig Lernen. Dadurch geschieht ein sozialer Austausch, der seinen wahren Wert erst im verbesserten Umgang der Kinder und Jugendlichen abseits der Nachhilfestunden (Disco, Schule, usw) zeigt.
Ansprechperson: Bernd Lorenz
Telefon: +43 (650) 86 24 614
E-Mail: bernd.lorenz(at)2getthere.at
Würdigung der Jury: Es gemeinsam schaffen: To get there - together. In Mattersburg geben seit Ende der 90er Jahre Oberstufen-SchülerInnen gegen ein Taschengeld sozial und familiär benachteiligten HauptschülerInnen Nachhilfeunterricht. Die schulische Erfolgsquote bei den seit 2002 knapp 500 Betreuten liegt bei 89%! Zielgruppe unter den Lernenden sind Jugendliche aus sozial schwachen Familien, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, sowie Jugendliche aus Familien in Krisensituationen. Gerade solche Jugendliche würden sich meist nicht trauen, Hilfe zu beanspruchen, auf sie muss aktiv zugegangen werden. Für den schulischen Erfolg des Projektes ist mehr als Lernhilfe und Wissensvermittlung nötig. Freundschaft zwischen den Jugendlichen ist wesentlich für die Motivation. Die Freundschaft inklusive der Vorbildfunktion der Älteren kann die soziale Einbettung der Benachteiligten fördern und längerfristig z.B. suchtpräventiv wirken. Ganz nebenbei wird zudem eine soziale Kluft überbrückt. Der Jury gefiel, wie das Projekt an sehr Konkretem ansetzt, nämlich mangelndem Schulerfolg, dabei aber bewusst viel weiter reichende Probleme behandelt. Große Flexibilität und Wendigkeit sowie ein realistischer Umgang mit Finanziellem tragen zum Erfolg von 2getthere bei. Zudem entwickelt sich das Projekt laufend problem- und bedarfsadäquat weiter. Rund um die Nachhilfeaktivitäten gibt es in Mattersburg seit 2001 ein für alle offenes Zentrum und es werden für sozial benachteiligte Jugendliche Kurzurlaube angeboten. In Eisenstadt wurde 2004 das durch Drogendealerei in Verruf gekommene Jugendzentrum übernommen. Unter anderen Voraussetzungen - insbesondere ist die Atmosphäre weniger intim - wird hier versucht, ein ähnliches Konzept wie in Mattersburg umzusetzen. Demnächst ist auch die Eröffnung einer Notschlafstelle für Jugendliche vorgesehen. 2005 wurde in Oberpullendorf ein drittes Zentrum eröffnet - hier ist der Anteil von Flüchtlingen hoch, somit kommt dem Deutschlernen gesteigerte Bedeutung zu. Trotz der nunmehr erreichten Projektgröße - an die 4.000 Besuche werden monatlich in den drei Zentren registriert - bleibt der Umgang miteinander ein äußerst sorgfältiger, persönlicher, behutsame
1000 Euro Preis
"20.000 Meilen" ist ein subversives, wildes und etwas skurriles Bewegungs- und Musiktheater, frei nach dem bekannten Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Vernes. Die U-Bootbesatzung - Schauspieler, Musiker, Bühnen- und Kostümbildner - sind Jugendliche Flüchtlinge aus Westafrika und Zentralasien. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter João de Bruçó und zwei weiteren professionellen Schauspielern treiben sie die Handlung zu einem großen Teil durch ausdrucksstarke Bewegungen und Tänze voran. Den lebendigen Soundtrack dazu liefert die "Captain Nemo Music Band" auf selbstgebauten Instrumenten, deren Bestandteile sie auch im Abfallcontainer finden. Alle Beteiligten sind junge Asylwerber, "U-Boote" unserer Gesellschaft. Sie arbeiteten mit großem Eifer an den Rollen, an der Herstellung der Kostüme und des Bühnenbildes sowie am unverwechselbaren Soundtrack des Stücks.
Ansprechperson: Joao de Bruçó
Telefon: +43 1 9243066 oder +43 699 19243066
E-Mail: joaodebruco(at)yahoo.com
Würdigung der Jury: Musiktheater und Musikband mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Der Musiker João de Bruço und zwei Schauspieler betreuen, unterstützt von SOS Menschenrechte, die 60 an der Produktion beteiligten AsylwerberInnen. Probenbegleitend gibt es verpflichtend einen Deutschkurs. Die Requisiten und Musikinstrumente werden überwiegend selbst aus Recyclingmaterialien von Müllplätzen gebaut. Das sehr problemadäquate und zielgruppenwertschätzende Vorgehen wirkt für die Beteiligten - vielfach schon wegen der Schaffung einer Tagesstruktur - ermächtigend. Die integrativen Auswirkungen passieren nach innen - während der Proben und Vorbereitungen - sowie nach außen, mittels öffentlicher Aufführungen. Die zahlreichen Auftritte bezeugen den Erfolg dieses Projektes
1000 Euro Preis
Volunteers, who are blind, partially or fully sighted, wish to help young visually impaired people in overcoming everyday barriers in their school work, free time activities, integration in local community, and establishing their self-esteem and self image.
Ansprechperson: Barbara Krejci-Piry
Telefon: +836 (1) 25 22 360
E-Mail: mdsslj(at)zveza-slepih.si, info(at)dotik.org
Würdigung der Jury: Nachhilfe und mehr zur sozialen Integration blinder und sehbehinderter Jugendlicher. 17 selbst-organisierte Ehrenamtliche, viele darunter selbst sehbehindert oder blind, geben seit 2001 im Rahmen des Blinden- und Sehbehindertenvereins von Ljubljana gegen minimales Taschengeld Lernhilfe. Zudem werden regelmäßig Vorträge, Workshops, Discos und Parties organisiert, die die Bedürfnisse von Schlechtsehenden berücksichtigen. Diese Veranstaltungen stehen auch Nicht-Sehbehinderten offen. Weiters wird in Restaurants und Geschäften Aufklärungsarbeit über den Umgang mit Sehbehinderten geleistet, in manchen Restaurants wurde das Menü in Braille-Schrift übersetzt, in manchen Geschäften wurden Lupen angeschafft, in anderen werden Sehbehinderten nach telefonischer Vereinbarung für das Einkaufen AssistentInnen zur Verfügung gestellt. Auch hier gefiel der Jury der hohe persönliche Einsatz der ProjektbetreiberInnen sowie die Vielseitigkeit der Aktivitäten. Im Centre Dotik geschieht Engagement in einer Sache, die nur allzu gern überSEHEN wird
1000 Euro Preis
Ausländerinnen haben aus verschiedenen Gründen oft Probleme übliche Deutschkurse zu besuchen. Deswegen kommen wir ihnen entgegen und bieten Kurse zu Tageszeiten und an Orten an, wo sie leicht hinkommen können: in Kindergärten und Volksschulen. Der Inhalt der Kurse ist auf die Bedürfnisse der Frauen (österr. Schulsystem, Behördenwege, AMS, u. a.) abgestimmt, sodass neben Sprachunterricht auch eine Hilfe zur Selbständigkeit gegeben wird. Kinder von jeden Alters können mitgebracht werden. Sie werden betreut und spielerisch mit der deutschen Sprache vertraut gemacht.
Ansprechperson: Dr. Hedwig Tortschanoff
Telefon: +43 (4242) 53 576 und +43 (676) 41 08 846
E-Mail: tortschanoff(at)aon.at
Würdigung der Jury: Ausländische Frauen dort abholen, wo sie auch tatsächlich hinkommen, hinkommen können, hinkommen dürfen: an Villacher Kindergärten und Volksschulen werden Deutschkurse geboten. Gleichzeitig gibt es Betreuung für die Kinder der Kursteilnehmerinnen: Lernbetreuung für die Größeren, Spielbetreuung für die Kleineren. Das Deutschlernen für die Mütter erfolgt möglichst praxisnah und in jedem Kurs und in jeder Stunde unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der anwesenden Frauen. Die Kurse werden bewusst als Möglichkeit für das Vermitteln lebens- und alltagsnotwendiger Informationen eingesetzt sowie als Kommunikationsforum für die ansonsten oft eher isoliert lebenden Frauen. Die Jury war insbesondere von dem jeder einzelnen Frau und jeder einzelnen Familiensituation in hohem Maße angepassten Vorgehen beeindruckt. Hier wird an relevanter, von offizieller Seite gern übersehener Stelle beraten, Fachwissen weitergegeben und Vernetzungsarbeit geleistet und es werden Möglichkeiten der Selbstorganisation eröffnet.
1000 Euro Preis
Der Gärtnerhof ist eine dislozierte Beschäftigungstherapieeinrichtung des Vereins GIN (Gemeinwesen-integration und Normalisierung), wo ein Team aus Betreuern und intellektuell und mehrfach behinder-ten Klienten Marktgemüse, Küchen- und Teekräuter sowie veredelte Produkte nach den Richtlinien des organisch-biologischen Landbaues herstellen.
Ansprechperson: Thomas Tiefenbacher
Telefon: +43 (664) 31 33 397
E-Mail: gaertnerhof(at)gin.at
Würdigung der Jury: Eine Bio-Gärtnerei im 22. Wiener Gemeindebezirk mit ihrem Team aus 3 BetreuerInnen, einem Zivildiener und 8 intellektuell und mehrfach behinderten Arbeitskräften stellt seit 1996 Marktgemüse, Küchen- und Teekräuter sowie veredelte Produkte nach den Richtlinien des organisch-biologischen Landbaus her. Diese Beschäftigungstherapie in einem marktwirtschaftlich orientierten Betrieb hat als längerfristiges Ziel die Integration in den 1.Arbeitsmarkt. Über den Produktionsbetrieb weit hinausreichende integrative Wirkung wird durch die Beteiligung der 8 behinderten MitarbeiterInnen an der Vermarktung der Produkte gewährleistet. Im Projekt selbst wird überaus behutsam, auf die einzelnen jeweils sorgfältig abgestimmt vorgegangen. Dass das funktioniert, lässt sich an den Produkten und am erfolgreichen Vertrieb erschmecken
1000 Euro Preis
mehrjähriges multinationales und interreligiöses Experiment im Rahmen der UN-Dekade für den Frieden 2001-2010 Initiative im Bereich der Jugendarbeit mit sozialen, kulturellen, sozial- und friedenspädagogischen, antirassistischen, ökumenischen, interreligiösen, integrativen und über Asyl- und Menschenrechte aufklärenden Anliegen Ferienangebot für unbegleitete Minderjährige und junge Flüchtlinge Belebung der Kultur der Gastfreundschaft auf Pilgerwegen Abbau von Fremdenängstlichkeit und Vorurteilen
Ansprechperson: Pavel Zablatnik
Telefon: +43 (463) 511166 3400 oder +43 (676) 8772 3400
E-Mail: zablatnik(at)katoliska-akcija.at
Würdigung der Jury: Junge Flüchtlinge sowie Jugendliche aus Österreich und den Nachbarländern pilgerwandern gemeinsam entlang des slowenisch-kärntnerischen Hemma-Pilgerwegs. Bis 2011 werden alljährlich im Sommer einzelne Abschnitte dieses alten Pilgerwegs ergangen, Start und Ziel ist Gurk. Das von Pavel Zablatnik vom Slowenischen Arbeitsausschuss der Katholischen Aktion Kärnten initiierte Projekt versteht sich zuallererst als Öffentlichkeitsarbeit für ein friedliches Miteinander, für Toleranz und Verständigung, zudem bietet es kostenlosen Urlaub für AsylwerberInnen. Der Jury gefiel die Einfachheit der Idee, die Schlankheit des Projektes, und sie hofft, dass die pilgernd wandernden Jugendlichen wie geplant nebenbei und mit viel Spaß einen Beitrag gegen Rassismus und für Integration und Völkerverständigung leisten
1000 Euro Preis
Es gibt keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot in Wien vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen. Die Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" öffnet seit zwei Jahren Theater, Film, Tanz und Musik auch für diejenigen, die es sich nicht leisten können. Menschen, die Sozialhilfe oder Mindestpension beziehen, Arbeitlose und Flüchtlinge. In mittlerweile 24 Kultureinrichtungen in Wien ist der Kulturpass Eintrittskarte: Vom Volkstheater bis zum Porgy&Bess, von der Volksoper bis zum cinemagic Kinderkino, von Karajan-Centrum bis zur Kunsthalle und dem Tanzquartier.
Ansprechperson: Martin Schenk
Telefon: +43 (1) 409 80 01
E-Mail: schenk(at)diakonie.at
Würdigung der Jury: Armut bedeutet nicht nur Ausgeschlossensein von Materiellem, sondern auch Nichtteilhaben können an Kultur. Und öffentlich subventionierte Theater sollten für die Öffentlichkeit, nicht nur für eine privilegierte Minderheit spielen. 2003 im Schauspielhaus mit Unterstützung der Armutskonferenz begonnen, gibt es mittlerweile in über 30 kulturellen Einrichtungen Wiens Gratiskarten für sozial Benachteiligte. Zugangsberechtigung zu diesen Karten gibt der "Kulturpass", der von über 60 sozialen Institutionen und dem AMS unbürokratisch ausgestellt wird. Diese Karten sind keine Restkarten, sondern Karten wie alle anderen auch, sie sind zum Beispiel reservierbar. Es gilt zuallererst Scham zu vermeiden. In dem losen, nur das Logo und bestimmte Grundprinzipien teilenden Netzwerk ist jede kulturelle Organisation für die Finanzierung ihrer Gratiskarten selbst zuständig. Das Projekt stößt im In- und Ausland auf großes Interesse und hat bereits Nachahmer gefunden. In Salzburg läuft Hunger auf Kunst & Kultur unter Beteiligung von über 40 kulturellen und über 30 sozialen Einrichtungen
1000 Euro Preis
Das Projekt ist ein Beratungsangebot im Frauentreffpunkt, Frauenberatung Salzburg, das die Methoden der frauenspezifischen Beratung zu Karriereplanung und coaching an die besonderen Bedürfnisse von Frauen anpasst, welche in Armut oder Armutsgefährdung leben. Auch Frauen aus dem Hilfsarbeitsbereich haben Laufbahnen, und auch diesen Frauen hilft eine ressourcenstärkende Beratung bei der beruflichen Entwicklung. Die Zielgruppe ist durch die anderen Beratungsangebote (Sozialberatung) im Frauentreffpunkt sehr gut erreichbar. Wichtig ist die flexible Kombination der Laufbahnberatung mit anderen Beratungsangeboten. Das wirkt motivierend und vertrauensbildend, denn bei Frauen, die an der Armutsgrenze leben, kommen es oft zu materiellen und/oder psychischen Krisen, die während der Laufbahnberatung auch Platz haben müssen.
Ansprechperson: Mag. Doris Schober
Telefon: +43 (662) 875498 oder +43 (662) 881542/13
E-Mail: doris.schober(at)frauentreffpunkt.at
http://www.frauentreffpunkt.at
Würdigung der Jury: Karriereberatung für eine ungewöhnliche Zielgruppe: an der Armutsgrenze und in akuter Armut lebende Frauen, insbesondere Migrantinnen. Im Rahmen des Salzburger Vereins Frauentreffpunkt wurden bestehende Methoden der Laufbahnberatung seit 2002 für Frauen und seit 2004 für Frauen aus dem unteren Einkommensbereich adaptiert. Diese Frauen sind in der Regel zu sehr mit dem alltäglichen Überleben beschäftigt, als dass ihnen längerfristige berufliche Entwicklung als vordringliches Problem erschiene. Da andererseits auch im Bereich von Hilfstätigkeiten die Anforderungen an Arbeiterinnen gestiegen sind, können sie immer schlechter mithalten. Die Jury war einerseits vom Aufgreifen dieser Problematik, andererseits vor allem vom wertschätzenden und zielgruppenadäquaten Vorgehen beeindruckt. Selbstwert- und selbstbewußtseinsstärkende Auswirkungen solcher Beratung, Motivation und Entwicklung von Perspektiven kommen einer sozialen Gruppe zugute, die sonst allzu leicht unter die Räder komm