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PreisträgerInnen
2009
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15 Projekte, 2 Seite/n
Seite 1 21. Preis
Race and class based segregation in Hungarian schools – following trends in the CEE region – has increased since the political changeover. Over 700 schools segregate Roma/socially deprived children at class and school level. The project is about ensuring the equal access of Roma children living in Csörög to quality education in primary school in neighbouring towns and villages. The project sought to achieve this through community empowerment targeted mainly at Roma mothers and complemented by PR and legal devence work.
Ansprechperson: Erzsebet Mohacsi
Telefon: +36 132 30 882
E-Mail: cfcf(at)cfcf.hu
Würdigung der Jury: Volle Ausschöpfung des legalen Rahmens, öffentliche Anklage und kämpferische Aktivierung der Betroffenen. Diese Bündelung zeigt überzeugende Wirkung: auf das Selbstbewusstsein der engagierten Frauen und in Folge auf die RomaCommunity selbst, auf deren Wahrnehmung durch alle anderen, auf die Handlungen der schulischen und politischen Entscheidungsträger. Die RomaMütter werden von sich aus mächtig und zwingen die ausgrenzenden AkteurInnen zur Vorsicht – und zur Einhaltung der Gesetze. Wir wünschen maximalen Erfolg.
2. Preis
Das Projekt „Zukunft für alle“ wurde 2006 von der Stadtgemeinde Kapfenberg initiiert und setzt sich zum Ziel, Maßnahmen zur Bekämpfung von Armutssituationen in Kapfenberg umzusetzen. Mit Beteiligung aller im Sozial- und Gesundheitsbereich tätigen Organisationen und Institutionen wurden bereits einige große Meilensteine realisiert: die Errichtung eines sozialen Lebensmittelladens der anderen Art, die Einstellung von zwei SozialarbeiterInnen, die Einführung der Aktiv Card mit Ermäßigungen für einkommensschwache KapfenbergerInnen in unterschiedlichen Bereichen u.v.m.
Ansprechperson: Monika Vukelic-Auer MBA
Telefon: +43 386 222 501 1220
E-Mail: monika.vukelic-auer(at)kapfenberg.at
Würdigung der Jury: Eine Kommune zeigt, wie ein von der Bürgermeisterin politisch klar definierter Auftrag in gesellschaftspolitisch eindeutige, partizipativ angelegte und konkret hilfreiche Aktionen umgesetzt wird. Entstanden ist eine gelungene Mischung aus top down und bottom up sowie aus unmittelbarer materieller Entlastung, präventiver Umverteilung und sensibilisierender Auseinandersetzung. Eine beispielhafte Initiative. Möge die vorgesehene Dauerhaftigkeit in Kapfenberg selbst und eine Signalwirkung in Richtung anderer Kommunen gelingen.
3. Preis
„Gestärkt aus der Trauer“ – Professionelle Begleitung für Kinder und Jugendliche nach dem Tod von Bezugspersonen. Kinder und Jugendliche reagieren auf den Tod naher Bezugspersonen sehr unterschiedlich: Aggressionen und Depressionen können auftreten, oftmals entwickeln sie Schuldgefühle und leiden nicht selten unter körperlichen Beschwerden. RAINBOWS unterstützt die Betroffenen bei der Bewältigung ihrer Trauer und der Annahme der neuen Familiensituation.
Ansprechperson: Mag. Dagmar Bojdunyk-Rack
Telefon: +43 316 688 670
E-Mail: office(at)rainbows.at
Würdigung der Jury: Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist nicht en vogue in unserer Gesellschaft, umso weniger wenn es Kinder und Jugendliche betrifft. Der bewusste und gleichzeitig selbstverständliche Umgang mit dem Ende des Lebens wird hier konkret gelernt, zuvorderst zur Unterstützung der betroffenen Kinder, doch der familiäre und soziale Kontext lernt mit. Die Kinder und Jugendlichen werden vor dem Tabu Tod geschützt. Wir vertrauen darauf, dass dies weiterhin mit Erfolg und für immer mehr Kinder und Jugendliche geschieht.
1000 Euro Preis
Emanzipatorische und interkulturelle Burschenarbeit zur Identitätsfindung und friedlichen Konfliktkompetenz. Burschen fällt es immer schwerer, ein "richtiger Bub und Mann" zu werden. Männer sind derzeit das gewalttätigere Geschlecht. Männlicher Nachwuchs zeigt laut Studien immer gravierendere Verhaltens- und Leistungsprobleme, die ihn von der sozialen Teilhabe abschneiden. Fehlende Präsenz von Männern in der Erziehung gilt dafür als ein Schlüsselfaktor. Das ZIMD Burschentraining stellt sich den Chancen und Herausforderungen der männlichen Migration und Integration. Es schafft mit reflektierten Männern als Trainer und Berater Verständnis, Selbstbehauptung, Identitätsfindung und friedensfähige Konfliktkompetenz, und leistet damit eine Grundlage zu nachhaltigem sozialem Wandel.
Ansprechperson: Mag. Andreas H. Landl
Telefon: +43 699 1136 2799, +43 699 1136 9902
E-Mail: ahl(at)zimd.at, d.e(at)zimd.at
http://burschentraining.zimd.at
Würdigung der Jury: Burschen bei der Entwicklung einer sinnvollen männlichen Identität zu unterstützen ist eine wichtige Voraussetzung für die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Quer zum Mainstream wird den Burschen im System Schule ein Raum angeboten, sich selbst zu erobern ohne zu erniedrigen. Wir finden, es gibt noch ein großes Betätigungsfeld.
1000 Euro Preis
Kritische, und innovative Auseinandersetzung für Mädchen, Jungen und Erwachsene mit dem Thema „Stellung der Frau in unserer Gesellschaft“ anhand der Ausstellung „Barbiefreie Zone“! Peersmädchen führen durch die Ausstellung, nehmen öffentlichen Raum mit mädchen- und gesellschaftspolitischen Themen ein und setzen eine kritische und reflektierte Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit sowie im eigenen Mädchenraum (Offenem Betrieb) in Gang.
Ansprechperson: Mag.a Amanda Ruf M.A.
Telefon: +43 5574 45 801, +43 664 450 3964
E-Mail: maedchenzentum(at)amazone.or.at
Würdigung der Jury: Professionelles Ausstellungskonzept verknüpft mit politisch-feministischer Aufklärungsarbeit im besten Sinne! Mädchen eignen sich ein leider noch immer aktuelles Thema neu an. Die ‚barbiefreie Zone’ interveniert sowohl individuell bei Ausstellungsmacherinnen und BesucherInnen als auch auf strukturell-politischer Ebene. Produkt und Prozess sind gleichwertig und werden laufend adaptiert, ‚learning by doing’ steht im Vordergrund. Weiterhin freudig-engagierte Wanderung samt politisch fruchtbringenden Auseinandersetzungen!
1000 Euro Preis
Der Verein VOBIS, eine Initiative von Kärntner StudentInnen, versucht, die Lebenssituation von AsylwerberInnen in Kärnten zu verbessern. Dies geschieht in erster Linie durch das Angebot von unentgeltlichen Deutschkursen, die von zahlreichen ehrenamtlich tätigen Studierenden direkt in den Flüchtlingspensionen abgehalten werden. Zusätzlich versucht der Verein durch das Schaffen von direkten Begegnungsmöglichkeiten, einen Umdenkprozess in der Mehrheitsgesellschaft anzuregen.
Ansprechperson: Eva Wobik
Telefon: +43 650 233 7065, +43 650 260 3263
E-Mail: office(at)verein-vobis.com, eva(at)linea7.net
Würdigung der Jury: Gerade im Kärntner fremdenpolitischen Kontext leistet diese studentische Initiative dauerhafte Pionierarbeit – gegenüber den oftmals pauschal diffamierten AsylwerberInnen, indem sie Voraussetzungen für eine mögliche Integration vermittelt, und gegenüber der Bevölkerung, der geholfen werden soll, andere Ziele für ihre Aggressionen zu finden. Gleichzeitig wird vielen StudentInnen die Mitarbeit als Praktikumszeit angerechnet, im Sommersemester gibt es eine eigene Lehrveranstaltung und das Institut für Erwachsenenbildung evaluiert. Umtriebig, aufmümpfig, behutsam. Eine gelungene, eine notwendige Mischung.
1000 Euro Preis
I-MOTION schafft für Jugendliche ab 12 Jahren zusätzliche Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung. Mit kleinen Hilfsdiensten für Privatpersonen, Vereine und öffentlichen Einrichtungen, verdienen sich die Jugendlichen Taschengeld in Form von Zeitwertkarten. Diese können als Tauschmittel verwendet oder gesammelt und bei der Stadt in Gutscheine für regionale Betriebe eingewechselt werden.
Ansprechperson: Mag.a Johanna Obwaller, Mag.a (FH) Julia Unterrainer
Telefon: +43 50 6300 6452, 0699 1782 6101, 0699 1782 6156
E-Mail: imotion(at)stadt.woergl.at
Würdigung der Jury: Eine engagierte städtische Initiative, quer zum klassischen Geldkreislauf, einfach in der Handhabung, erzielt ineinander greifende Effekte: Jugendliche können, wenn sie wollen, Sinnvolles leisten, die Gemeinschaft freut sich darüber, die Generationen haben konkret miteinander zu tun, regionale Betriebe profitieren von der für sie geschaffenen Nachfrage, soziale Einrichtungen von zusätzlich bereitstellbarem Angebot, wirtschaftliches und soziales Leben kann so – individuell und regional – mitgestaltet werden. Wörgl ist seit den 30er Jahren bekannt für seine währungspolitischen Experimente… I-Motion reiht sich darin ein.
1000 Euro Preis
Obdachlose leben nicht nur in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung sondern sind auch besonders stark von kranken und schmerzenden Zähnen betroffen. neunerHAUS Zahnarzt bietet niederschwellige, bedarfsgerechte und leistbare zahnmedizinische Versorgung für obdachlose Menschen in Wien. Das Angebot entspricht jenem von niedergelassenen ZahnärztInnen und wird zu einem erheblichen Teil von engagierten ehrenamtlichen ZahnärztInnen durchgeführt.
Ansprechperson: Mag. Markus Reiter
Telefon: 0043 1 713 59 46-0, +43 664 85 46 474
E-Mail: markus.reiter(at)neunerhaus.at, verein(at)neunerhaus.at
Würdigung der Jury: Angebot schließt Versorgungslücke beim Recht auf medizinische Versorgung für alle und nimmt die zuständigen Stellen dabei in die Pflicht. Eine maßgeschneiderte, interdisziplinäre und zielgruppenadäquate Umsetzung, die Mitleid durch Selbstverständlichkeit ersetzt. Auf dass das Angebot die Nachfrage stimulieren möge.
1000 Euro Preis
Sichtbar werden! Im Sinne einer verstärkten Vermeidung und Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung will das Projekt „sichtbar werden!“ Anliegen, Leistungen, Probleme und Notwendigkeiten von selbstorganisierten Betroffenengruppen aufzeigen und Möglichkeiten des Austausches, der Vernetzung und (Weiter-)Entwicklung von Veränderungsstrategien schaffen. Bisher haben drei österreichweite Treffen stattgefunden: im April 2006 in Wien, im Oktober 2006 in Linz, sowie im November 2007 in Graz. Neben Wissensaustausch, Vernetzung und gemeinsamen öffentlichen Aktionen ging es dabei auch um die Diskussion und Entwicklung gemeinsamer Strategien, Forderungen und Aktionen. Das kommende „Sichtbar werden Treffen 2009“ findet von 6. -8. März in Wien statt.
Ansprechperson: Eugen Bierling-Wagner
Telefon: +43 1 402 69 44 12
E-Mail: office(at)armutskonferenz.at
Würdigung der Jury: Die von Armut am meisten betroffenen Personengruppen sind selbst AkteurInnen, es geht um die Überwindung von Scham und Sprachlosigkeit, um Selbstermächtigung im besten Wortsinn, um politische Intervention, eben um das ‚sichtbar werden’ des Alltags, der Anliegen, der Leistungen, der Probleme und der Notwendigkeiten von rund 5% unserer MitbewohnerInnen in Österreich. Selbst aktiv gegen die eigene Ausgrenzung. Mutig und wichtig. Weiterhin bonne chance!
1000 Euro Preis
Wir sind eine überparteiliche und überkonfessionelle Basisbewegung. Wir schaffen Bewusstsein für die globalen Krisen. Wir setzen konkrete Handlungsschritte für eine soziale, ökologische und wirtschaftliche Verbesserung in der Region. Wir stärken den Zusammenhalt der Menschen über alle Grenzen hinweg. Wir engagieren uns weltweit für Gerechtigkeit.
Ansprechperson: Mag. Fery Berger
Telefon: +43 664 2023773
E-Mail: weizer(at)solidarregion.at
Würdigung der Jury: Gegenseitige ‚heimisch regionale’ Unterstützung und globale Solidarität getragen von sozial gemischter engagierter Zivilgesellschaft und regionalen stake-holdern verdichtet sich in mittlerweile 18 Projekten und einem selbstverpflichtenden (Weizer) Aufruf – ungewöhnliche Kombination von weit, visionär, grundsätzlich mit klein, konkret, punktuell. Eine Basisbewegung par excellence, die – hoffentlich – für andere Regionen ansteckend wirkt…