Winners

 

1st place

M.U.T. (Vorarlberg)

Hauptschule Rieden und Vorkloster

Person submitting: Dir. Christian Kompatscher

Schule schaut über den eigenen Horizont: zwei Bregenzer Hauptschulen mit hohem Anteil sozial benachteiligter SchülerInnen trainieren, ermutigen und begleiten diese bei Lehrstellensuche und Berufseinstieg. Ein sorgfältig abgestimmtes Programm kommt insbesondere SchülerInnen mit Schullaufbahnverlust zugute: Klassen-WiederholerInnen, die mit der letzten Hauptschulklasse ihre Schulpflicht absolviert haben und somit um die berufsorientierenden Maßnahmen des Polytechnikums umfallen. Nach Mut-förderndem Einstieg im Klettergarten leiten Workshops zu Themen wie Vorstellungsgespräch, Telefontraining, Team- und Schlüsselkompetenzen im Lauf des letzten Schuljahres zu individueller Betreuung und Beratung über. Dabei werden Eltern so weit wie möglich einbezogen. Auch wählen die SchülerInnen eigene BetreuerInnen, sog. MentorInnen. Die zwischen SchülerInnen und MentorInnen für die Berufssuche abgeschlossenen schriftlichen Verträge nehmen beide Seiten stärker in die Pflicht. Das Projekt kann freilich nicht garantieren, in jedem Einzelfall einen adäquaten Lehr- oder Berufsplatz zu finden. Wenn es nicht klappt, gibt es - gegebenenfalls auch nach absolvierter Schulpflicht - Unterstützung beim Suchen von second best-Lösungen. Erworbenes Arbeitssuch-Knowhow und Persönlichkeit- und MUT-stärkende Auswirkungen werden auf die Zukunft der TeilnehmerInnen jedenfalls positive Auswirkungen haben und vor allem denjenigen helfen, die nicht zu den Winnern zählten. Die exzellente Vernetzung des Projektes mit der institutionellen und betrieblichen Umwelt, das Engagement aller Beteiligten, insbesondere auch der MentorInnen und vor allem der begünstigten SchülerInnen haben zusammen mit einem versatilen, bedarfs- und praxisadäquaten Vorgehen zur überraschend hohen Erfolgsquote beigetragen.

2nd place

Barfuss (Upper Austria)

Institut für Suchtprävention, Pro Mente OOE

Person submitting: Mag.a Erika Kunze
Web address: http://www.1-2-free.at

Von Jugendlichen für Jugendliche in ganz Oberösterreich: Auf Festen, Parties, Events shaken speziell ausgebildete Jugendliche trendige, alkoholfreie Cocktails. Und sind bei den Veranstaltungen ein Erfolg. Und reden nebenbei mit ihren jugendlichen Kunden und Kundinnen über Suchtmittel - vor allem legale wie Alkohol - und Sucht-Prävention. Die BARfuss ist mietbar. Um 275 Euro arbeiten drei Jugendliche vier Stunden lang, stellen ihre eigens gestylte Bar auf, mixen, shaken und schenken 200 Cocktails aus. Diese kann der Veranstalter gratis abgeben oder verkaufen - für höchstens 2 Euro pro Drink, denn Alkoholfreies darf nicht teurer sein als Alkoholisches. Das Projekt hat Erfolg. 2005 wurden von fünf Barfuss-Teams 130 Einsätze geleistet, 2006 werden es voraussichtlich noch mehr sein. Auch auf Feuerwehr-Festen können Barfuss-Cocktails mittlerweile mithalten und auch in traditionellen Gastronomiebetrieben haben die Barfuss-Cocktail-Kreationen Interesse geweckt und stocken manch Nicht-Alkoholika-Angebot auf. Der Jury gefiel an diesem Projekt insbesondere der trendige, von der Zielgruppe selbst gefundene Zugang zu einem wesentlichen Problem. Zu oft wird der Sucht-Diskurs vom Thema illegale Drogen dominiert, während die legale Droge Alkohol in der Öffentlichkeit wenig beachtet wird. Es handelt sich um ein schlankes Projekt - die zentrale Koordination beansprucht nur einen Viertel-Arbeitsplatz. Die Jugendlichen werden vor Ort von selbstgewählten TeamleiterInnen betreut. Das vorherrschende Klischee, dass Spaß und Freude unbedingt mit Alkohol verbunden sein müssen, wird durch das Projekt BARfuss gründlich auf den Kopf gestellt.

3rd place

2getthere Burgenland (Burgenland)

2getthere Burgenland

Person submitting: Bernd Lorenz
Web address: http://www.2getthere.at
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Es gemeinsam schaffen: To get there - together. In Mattersburg geben seit Ende der 90er Jahre Oberstufen-SchülerInnen gegen ein Taschengeld sozial und familiär benachteiligten HauptschülerInnen Nachhilfeunterricht. Die schulische Erfolgsquote bei den seit 2002 knapp 500 Betreuten liegt bei 89%! Zielgruppe unter den Lernenden sind Jugendliche aus sozial schwachen Familien, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, sowie Jugendliche aus Familien in Krisensituationen. Gerade solche Jugendliche würden sich meist nicht trauen, Hilfe zu beanspruchen, auf sie muss aktiv zugegangen werden. Für den schulischen Erfolg des Projektes ist mehr als Lernhilfe und Wissensvermittlung nötig. Freundschaft zwischen den Jugendlichen ist wesentlich für die Motivation. Die Freundschaft inklusive der Vorbildfunktion der Älteren kann die soziale Einbettung der Benachteiligten fördern und längerfristig z.B. suchtpräventiv wirken. Ganz nebenbei wird zudem eine soziale Kluft überbrückt. Der Jury gefiel, wie das Projekt an sehr Konkretem ansetzt, nämlich mangelndem Schulerfolg, dabei aber bewusst viel weiter reichende Probleme behandelt. Große Flexibilität und Wendigkeit sowie ein realistischer Umgang mit Finanziellem tragen zum Erfolg von 2getthere bei. Zudem entwickelt sich das Projekt laufend problem- und bedarfsadäquat weiter. Rund um die Nachhilfeaktivitäten gibt es in Mattersburg seit 2001 ein für alle offenes Zentrum und es werden für sozial benachteiligte Jugendliche Kurzurlaube angeboten. In Eisenstadt wurde 2004 das durch Drogendealerei in Verruf gekommene Jugendzentrum übernommen. Unter anderen Voraussetzungen - insbesondere ist die Atmosphäre weniger intim - wird hier versucht, ein ähnliches Konzept wie in Mattersburg umzusetzen. Demnächst ist auch die Eröffnung einer Notschlafstelle für Jugendliche vorgesehen. 2005 wurde in Oberpullendorf ein drittes Zentrum eröffnet - hier ist der Anteil von Flüchtlingen hoch, somit kommt dem Deutschlernen gesteigerte Bedeutung zu. Trotz der nunmehr erreichten Projektgröße - an die 4.000 Besuche werden monatlich in den drei Zentren registriert - bleibt der Umgang miteinander ein äußerst sorgfältiger, persönlicher, behutsame

1000 EUR award

Hunger auf Kunst und Kultur (Vienna)

Schauspielhaus, Armutskonferenz

Person submitting: Martin Schenk

Armut bedeutet nicht nur Ausgeschlossensein von Materiellem, sondern auch Nichtteilhaben können an Kultur. Und öffentlich subventionierte Theater sollten für die Öffentlichkeit, nicht nur für eine privilegierte Minderheit spielen. 2003 im Schauspielhaus mit Unterstützung der Armutskonferenz begonnen, gibt es mittlerweile in über 30 kulturellen Einrichtungen Wiens Gratiskarten für sozial Benachteiligte. Zugangsberechtigung zu diesen Karten gibt der "Kulturpass", der von über 60 sozialen Institutionen und dem AMS unbürokratisch ausgestellt wird. Diese Karten sind keine Restkarten, sondern Karten wie alle anderen auch, sie sind zum Beispiel reservierbar. Es gilt zuallererst Scham zu vermeiden. In dem losen, nur das Logo und bestimmte Grundprinzipien teilenden Netzwerk ist jede kulturelle Organisation für die Finanzierung ihrer Gratiskarten selbst zuständig. Das Projekt stößt im In- und Ausland auf großes Interesse und hat bereits Nachahmer gefunden. In Salzburg läuft Hunger auf Kunst & Kultur unter Beteiligung von über 40 kulturellen und über 30 sozialen Einrichtungen

1000 EUR award

Projekt Seidemann (Tyrol)

Gärtnerei Seidemann

Person submitting: DSA Dr. Marco Nicolussi

In einer Tiroler Gärtnerei arbeiten 4 Menschen mit Behinderung. Von einer sozialpädagogischen Betreuerin, die auch Gärtnerei-Fachkraft ist, bei ihrer Arbeit und bei der Integration in den Betrieb unterstützt, ist ihre Mitarbeit auf Dauer angelegt. Die unterschiedlichen Arten der Behinderung bedürfen eines sehr individuell abgestimmten Vorgehens. Auch kann mit der solidarischen Unterstützung aller anderen MitarbeiterInnen im Betrieb gerechnet werden. Nachdem die Gärtnerei Erwin Seidemann bereits früher Behinderte in den Betrieb integriert hatte, läuft das hier ausgezeichnete Projekt mit Unterstützung des Vereins Arbeitsassistenz Tirol seit 2003 mit unspektakulärem, am besten an der Alltäglichkeit der Integriertheit ablesbarem Erfolg. Eine der Teilnehmerinnen wird demnächst aus dem Projekt ausscheiden und im Betrieb eine Teillehre machen

1000 EUR award

Gärtnerhof GIN (Vienna)

Verein GIN

Person submitting: Thomas Tiefenbacher
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Eine Bio-Gärtnerei im 22. Wiener Gemeindebezirk mit ihrem Team aus 3 BetreuerInnen, einem Zivildiener und 8 intellektuell und mehrfach behinderten Arbeitskräften stellt seit 1996 Marktgemüse, Küchen- und Teekräuter sowie veredelte Produkte nach den Richtlinien des organisch-biologischen Landbaus her. Diese Beschäftigungstherapie in einem marktwirtschaftlich orientierten Betrieb hat als längerfristiges Ziel die Integration in den 1.Arbeitsmarkt. Über den Produktionsbetrieb weit hinausreichende integrative Wirkung wird durch die Beteiligung der 8 behinderten MitarbeiterInnen an der Vermarktung der Produkte gewährleistet. Im Projekt selbst wird überaus behutsam, auf die einzelnen jeweils sorgfältig abgestimmt vorgegangen. Dass das funktioniert, lässt sich an den Produkten und am erfolgreichen Vertrieb erschmecken

1000 EUR award

DEUTSCH endlich möglich für ausländische Mütter (Carinthia)

Verein "Projektgruppe Integration von AusländerInnen"

Person submitting: Dr. Hedwig Tortschanoff
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Ausländische Frauen dort abholen, wo sie auch tatsächlich hinkommen, hinkommen können, hinkommen dürfen: an Villacher Kindergärten und Volksschulen werden Deutschkurse geboten. Gleichzeitig gibt es Betreuung für die Kinder der Kursteilnehmerinnen: Lernbetreuung für die Größeren, Spielbetreuung für die Kleineren. Das Deutschlernen für die Mütter erfolgt möglichst praxisnah und in jedem Kurs und in jeder Stunde unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der anwesenden Frauen. Die Kurse werden bewusst als Möglichkeit für das Vermitteln lebens- und alltagsnotwendiger Informationen eingesetzt sowie als Kommunikationsforum für die ansonsten oft eher isoliert lebenden Frauen. Die Jury war insbesondere von dem jeder einzelnen Frau und jeder einzelnen Familiensituation in hohem Maße angepassten Vorgehen beeindruckt. Hier wird an relevanter, von offizieller Seite gern übersehener Stelle beraten, Fachwissen weitergegeben und Vernetzungsarbeit geleistet und es werden Möglichkeiten der Selbstorganisation eröffnet.

1000 EUR award

Sterntalerhof (Burgenland)

Verein Erde im Wandel - Verein für ganzheitliche Lebensbegleitung

Person submitting: Regina Heimhilcher
Web address: http://www.sterntalerhof.at
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Der Sterntalerhof in einem Dorf im südlichen Burgenland bietet naturnahe Lebens- und Sterbebegleitung für schwer-, chronisch- und vor allem sterbenskranke Kinder und Jugendliche sowie ihre Angehörigen. Die Therapie, die neben den PatientInnen das familiäre System sehr bewußt miteinbezieht, stützt sich zuvorderst auf Voltigieren - heilpädagogisches Reiten. Den PatientInnen mitsamt ihren Familien wird für ein Wochenende, eine Woche oder länger eine Raststätte geboten: in professioneller Obhut Platz und Zeit zum Auftanken. Ambulant wird darüber hinaus Voltigiertherapie für sexuell missbrauchte oder anders misshandelte Jugendliche geleistet. Die Jury war vom großen persönlichen Engagement der ProjektbetreiberInnen besonders beeindruckt. Aufgrund der hohen Betreuungs- und somit Kostenintensität gibt es in Österreich bis heute keine Kinderhospize. Im Höchstmaß individuell angepasst und behutsam, schafft die am Sterntalerhof gebotene Betreuung und Therapie dort Freude, wo die Umstände eigentlich Verzweiflung erwarten lassen

1000 EUR award

Peregrina (Vienna)

Verein Peregrina; Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum für Immigrantinnen

Person submitting: Mag.a Gamze Ongan
Web address: http://www.peregrina.at
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Ganzheitliche Betreuung für Migrantinnen: Rechts-, Sozial- und psychologische Beratung, Sozialbetreuung, psychologische Therapie, Deutschkurse, österreichisches Sprachdiplom, Tandem-Sprachenlernen, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 1984 aktiv, hat Peregrina sein Angebot beständig bedarfs- und problemorientiert ausgeweitet. 2005 wurden 2783 Frauen aus 65 Ländern betreut, die Kurse sind voll, die 14 angestellten Psychologinnen, Juristinnen, Kinderbetreuerinnen u.a.m. agieren auf Deutsch, Türkisch, Arabisch, Armenisch, Serbisch, Bosnisch, Kroatisch, Englisch, Französisch, Kinyarwanda, Kirundi, Niederländisch sowie in melanesischem Pidgin. Der Jury gefiel das zielgruppenadäquate und zielgruppennahe Vorgehen sowie die Verbindung von praktischer Unterstützung und Aktivitäten, die auf ein gesamtgesellschaftliches Umdenken in Migrantinnenbelangen abzielen

1000 EUR award

Center Dotik (Slovenia)

Person submitting: Barbara Krejci-Piry

Nachhilfe und mehr zur sozialen Integration blinder und sehbehinderter Jugendlicher. 17 selbst-organisierte Ehrenamtliche, viele darunter selbst sehbehindert oder blind, geben seit 2001 im Rahmen des Blinden- und Sehbehindertenvereins von Ljubljana gegen minimales Taschengeld Lernhilfe. Zudem werden regelmäßig Vorträge, Workshops, Discos und Parties organisiert, die die Bedürfnisse von Schlechtsehenden berücksichtigen. Diese Veranstaltungen stehen auch Nicht-Sehbehinderten offen. Weiters wird in Restaurants und Geschäften Aufklärungsarbeit über den Umgang mit Sehbehinderten geleistet, in manchen Restaurants wurde das Menü in Braille-Schrift übersetzt, in manchen Geschäften wurden Lupen angeschafft, in anderen werden Sehbehinderten nach telefonischer Vereinbarung für das Einkaufen AssistentInnen zur Verfügung gestellt. Auch hier gefiel der Jury der hohe persönliche Einsatz der ProjektbetreiberInnen sowie die Vielseitigkeit der Aktivitäten. Im Centre Dotik geschieht Engagement in einer Sache, die nur allzu gern überSEHEN wird