Wert-volle Störungen in Wirtschaft und Gesellschaft

16.11.2016

Our Workshops

Veranstaltung am 16. November 2016 im Impact Hub, Wien

Die SozialMarie ist der älteste Preis für soziale Innovation in Europa. Neben der jährlichen Preisverleihung veranstaltet die SozialMarie regelmäßig Workshops zu Innovationsthemen mit leitenden Expert*innen und lädt dazu ihre preisgekrönten und nominierten Projekte ein, sowie alle, die sich dafür interessieren. Sollten Sie die letzte Veranstaltung verpasst haben, können sie die wichtigsten Inhalte hier nachlesen.

 

Wie wirken soziale Innovationen?

Soziale Innovation ist zu einem Buzzword geworden, der „Hype“ um gesellschaftlich innovative Projekte ist weltweit verbreitet. Besonders stark sind soziale Innovationen auf die Befriedigung unmittelbarer Bedürfnisse fokussiert, dennoch wirken sie sich oft nur wenig systemisch verändernd aus. Gerade wegen der Tendenz, jede Maßnahme zur Krisenbewältigung „soziale Innovation“ zu nennen, ruft nach klaren Merkmalen um die Wirkung sozialer Innovationen zu identifizieren:

  • Bietet eine Lösung für ein unmittelbares soziales Anliegen, die besser, oder dauerhafter ist als vorherige Lösungen
  • Adressiert ein strukturelles soziales Problem
  • Die Innovation ist systemisch relevant (oder hat das Potential solche zu werden)

Obwohl soziale Innovationen auf Themen fokussieren, die für das (Über-)Leben vieler entscheidend sind, schaffen es nur ein Bruchteil der Social Entrepreneurs, eine weitreichende, radikale Systemveränderung zu bewirken. Woran liegt das?

Technologische Innovationen sind in jedem Unternehmen hoch begehrt. Wie können (echte) soziale Innovationen in Unternehmen einen ebenso hohen Stellenwert bekommen wie technologische Innovationen?

Zu diesen Fragen sprach an unserem Event Univ.-Prof. Dr. Josef Hochgerner, Soziologe, Gründer des Zentrums für Soziale Innovation (ZSI) in Wien, Leiter des weltweit ersten Studiengang Master of Arts in Social Innovation an der Donau Universität Krems, Präsident der European School of Social Innovation (ESSI) und SozialMarie Jurymitglied.

 

Sozial doch gewinnorientiert – wie geht das?

Soziale Anliegen und Gewinnorientierung werden oft fälschlicherweise immer noch als sich ausschließende Business-Ziele betrachtet. Doch ein gemeinsames Projekt des ehem. ANECON Softwareunternehmens (jetzt NAGARRO) und Specialisterne Austria zeigt, wie gut sich die Ziele eines führenden Unternehmens mit der Mission der Inklusion vereinbaren lassen. Denn Menschen mit Autismus als Software Tester*innen zu beschäftigen ist eine Win-Win-Situation. In Österreich leben rund 80.000 Menschen mit Autismus. 80% der arbeitsfähigen Menschen mit Autismus sind arbeitslos. Auf der anderen Seite: Konzentration, Genauigkeit, Blick für komplexe Details – diese Eigenschaften sucht man in einer guten Software Tester*in. Doch die Zusammenarbeit ist für beide Seiten eine (lohnende) Herausforderung. Grundlage bildet eine fundierte Ausbildung im Software-Testing und der Test Automation, sowie die anschließende rasche Einbindung in Kundenprojekte unter fachlicher Anleitung.

Welche Maßnahmen, Schulungs- und Entwicklungsprogramme gibt es bereits für die Integration von Mitarbeiter*innen mit Autismus? Was bedeuten Kolleg*innen mit Autismus für eine Unternehmensstruktur? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Was können Mitarbeiter*innen mit unterschiedlicher Begabung voneinander lernen?

Zu diesen Fragen sprach an unserem Event Mag. Elisabeth Krön, Schauspielerin, Trainerin für Führungskräfte und für Unternehmen, (ehem.) Leiterin des Vereins Specialisterne Austria und Hannes Färberböck, Berater, Trainer, Architekt, Mitgründer des Softwareunternehmens ANECON, (eines der erfolgreichsten, privat geführten IT-Dienstleistungsunternehmen für Softwareentwicklung und Softwaretesting in Österreich)

 

Kann soziale Innovation das Verhalten der Jugend verändern?

Wie sieht die Zukunft der Jugend aus? Postmoderner Narzissmus, das „unternehmerische Selbst“, die Pflicht zum Individualismus werden jene neuen Erscheinungsformen genannt, welche man mit innovativen Antworten begegnen sollte. Wenn wir unseren Blick auf die Jugend richten, sehen wir die Zunahme der Elitenskepsis, die Flucht in die individuelle Problemlösung anstatt von Beteiligung an Gemeinschaftsinitiativen, eine Tendenz zum Rechtspopulismus oder zu einem bürgerlichen Autoritarismus. Der Agens dieser regressiven Politisierung ist die Abstiegsangst, die sich in die gesellschaftliche Mitte eingenistet hat. Was notwendig erscheint, ist die Arbeit an einer umfassenden Zukunftsperspektive, an neuen, großen Erzählungen.

Soziale Innovation bedeutet aber auch das Nachdenken über Strategien zur Veränderung des politischen Kräfteverhältnisses in einem Land, in dem die oberen zehn Prozent der sozialen Hierarchie 69% des gesamten Vermögens besitzen. Wie sollten wir anfangen, über solche Strategien nachzudenken?

Zu dieser Frage sprach an unserem Event Mag. Bernhard Heinzlmaier, ehrenamtlicher Vorsitzender des Instituts für Jugendkul-turforschung in Wien und Hamburg, Geschäftsführer der tfactory Trendagentur in Hamburg.

 

Projekte-Marktplatz

Anschließend haben eingeladene Preisträgerprojekte ihre Arbeit vorgestellt: Conclusio (Oberösterreich) Displaced (Wien), Kontaktepool Sprachencafé (Wien), magdas Hotel (Wien), Vienna Law Clinics – Studentische Rechtsberatung in Wien, PROSA – Projekt Schule für Alle (Wien) und Grow Together (Wien).

 

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