Mentoring von neuen Pflegefachkräften

Projektträger: Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) / Geriatric Health Centre of the City of Graz

Verantwortliche*r: Magdalena Walter

2026

Nominiert

AT

Öffentliche Verwaltung

Herausforderung

Für Pflegepersonen, die neu in den Beruf einsteigen oder in ein neues Arbeitsumfeld wechseln, stellt die Anpassung an unbekannte Aufgabenbereiche eine große Herausforderung dar. Besonders das erste Berufsjahr ist sehr anspruchsvoll und geht häufig mit einer hohen Fluktuation einher. Für Gesundheitseinrichtungen ist das ein erhebliches Problem, da sie angesichts des anhaltenden Personalmangels qualifizierte Fachkräfte langfristig binden müssen.

Idee

Der strukturierte Mentoringprozess beginnt am ersten Arbeitstag und dauert mindestens zwölf Monate. Während dieser entscheidenden Einarbeitungsphase bietet er Orientierung und Sicherheit. Über die anfängliche Einschulungszeit hinaus unterstützt das Mentoring auch die langfristige fachliche und persönliche Entwicklung. Gestärkte Motivation, Sinnhaftigkeit und Teamintegration fördern eine nachhaltige Bindung an den Arbeitsplatz, während eine verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit dazu beiträgt, Kompetenzen gezielt einzusetzen und Arbeitsbelastungen fair zu verteilen.

Akteur*innen

Die strategische Gesamtverantwortung liegt beim Pflegedienstmanagement der GGZ, unterstützt von einem kollegialen Steuerungsgremium. Ein Projektmanagementteam ist für Organisation, Schulung und Evaluation zuständig. Stationsleitungen stellen Mentor zusammen und integrieren das Mentoring in Mitarbeiteräche. Pflegeexpert geben fachliche Orientierung, während HR und IT die technische Unterstützung sicherstellen. Die Mentor begleiten die Mentees direkt und phasenspezifisch auf Grundlage eines strukturierten Lernkatalogs.

Wirkung


Ein strukturiertes Mentoring-Programm steigert die Attraktivität des Pflegeberufs, wirkt dem Fachkräftemangel entgegen und verbessert die Patientenversorgung. Es stärkt die individuellen Karriereaussichten und senkt gleichzeitig die Kosten für Personalbeschaffung und -ausbildung, indem es für eine stabilere Personalbesetzung sorgt. Die Wirkung wird anhand von Fluktuationsstatistiken, Online-Umfragen und qualitativem Feedback gemessen, wobei Indikatoren zur Mitarbeiterbindung in die Balanced Scorecard der Organisation integriert werden.
 

Transfer

Das Modell wurde in den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz entwickelt und ist für eine breitere Anwendung konzipiert. Der strukturierte Mentoring-Prozess kann überall eingesetzt werden, der Katalog der Lernphasen lässt sich an andere Einrichtungen des Gesundheitswesens anpassen, und alle Mitarbeiter können als potenzielle Mentoren qualifiziert werden – was diesen Ansatz zu einer skalierbaren Lösung für die Bindung von Fachkräften im Gesundheitswesen macht.