Akute Gesundheitsprobleme, Verletzungen und chronische Erkrankungen gehören für obdachlose Menschen in risikoreichen Umgebungen zum Alltag. Der Zugang zu praktischen Erste-Hilfe-Kursen, die auf ihre Situation zugeschnitten sind, ist äußerst begrenzt. Ohne das nötige Wissen oder Vertrauen in das Gesundheitssystem eskalieren kleinere Probleme zu vermeidbaren Komplikationen und Notfalleinsätzen – eine gravierende Lücke, die dieses Projekt direkt angeht.
First Aid Courses for People Experiencing Homeless
Projektträger: Oblastní spolek Českého červeného kříže Plzeň, Czech Red Cross - Regional Branch Pilsen
Verantwortliche*r: Lada Brožová
2026
Nominiert
CS
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Armut
Bildung
In Kursen zur praktischen Ersten Hilfe werden obdachlose Menschen in Umgebungen erreicht, die sie kennen und denen sie vertrauen. examinierte Pflegekräfte des Projekts „Street Medicine“ in Pilsen leiten die Kurse unter Verwendung erfahrungsorientierter Methoden, die auf realen Situationen basieren. Inhalt und Tempo sind auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden zugeschnitten, wodurch deren Fähigkeit gestärkt wird, auf Notfälle zu reagieren, Verletzungen zu versorgen und langfristig gesunde Verhaltensweisen zu entwickeln.
Das Street-Medicine-Team in Pilsen koordiniert das Projekt und kümmert sich in Zusammenarbeit mit Sozialdiensten und Nichtregierungsorganisationen um die Planung, die Zusammenarbeit mit Partnern und die Rekrutierung. Staatlich geprüfte Pflegekräfte entwickeln die Kursinhalte und führen die Schulungen durch. In der nächsten Phase werden ausgebildete junge Dozenten unter Anleitung der Pflegekräfte unterrichten. Freiwillige der Pilsener Zweigstelle des Tschechischen Roten Kreuzes unterstützen die praktische Durchführung und Organisation des Projekts.
Die Teilnehmenden erwerben praktische Erste-Hilfe-Kenntnisse und gesundheitsbezogenes Wissen, was dazu beiträgt, eine Verschlimmerung von Verletzungen zu verhindern, und die gegenseitige Hilfe innerhalb der Gemeinschaft fördert. Das Projekt trägt zudem dazu bei, das Vertrauen zwischen Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, und den Gesundheits- und Sozialdiensten wiederherzustellen. Die Wirkung wird anhand von Rückmeldungen, der Beobachtung der erworbenen Fähigkeiten, Nachgesprächen und langfristigen Erkenntnissen aus der Feldarbeit bewertet.
Ein niederschwelliger Ansatz, vertrauensbasierte Rekrutierung, eine modulare Kursstruktur, Erfahrungslernen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachkräften im Gesundheitswesen, sozialen Diensten und Freiwilligen lassen sich alle auf andere Kontexte übertragen. Die Kursinhalte müssen zwar an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden, doch das Bildungsmodell ist gut übertragbar – es lässt sich in anderen Regionen und bei anderen schutzbedürftigen Gruppen anwenden, die beim Zugang zu den regulären Gesundheitsdiensten auf Hindernisse stoßen.