Path to Dignity and Empowerment of Roma Women

Projektträger: Teen Challenge International ČR, Teen Challenge International Czech Republic

Verantwortliche*r: Jitka Opálková

2026

Nominiert

CS

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

Roma-Frauen sehen sich mit zwei Hindernissen konfrontiert: äußerer Unterdrückung in Form von Armut, Diskriminierung und kontrollierenden institutionellen Ansätzen sowie verinnerlichter Unterdrückung, die sich in Misstrauen, Scham und unterdrückten Stimmen äußert. Viele erleben zudem häusliche Gewalt und starre Geschlechterrollen innerhalb ihrer Familien. Sichere Räume, in denen über Gesundheit, Beziehungen und Elternschaft gesprochen werden kann, fehlen weitgehend, ebenso wie vorurteilsfreie professionelle Unterstützung, die Frauen dabei hilft, ihren eigenen Weg zur Selbstermächtigung zu finden.

Idee

Durch partizipative, auf Human-Centered Design (HCD) basierende Forschung wurden die konkreten Bedürfnisse von Roma-Frauen ermittelt, was die Grundlage für eine gezielte Unterstützung bildet. Dazu gehören die Förderung der Familienplanung, die Durchführung von Workshops und die Organisation von Frühstückstreffen, bei denen Frauen Erfahrungen austauschen und Kompetenzen entwickeln können. Die erste Konferenz zum Thema „Würde der Roma-Frauen“ brachte Frauen, Expert*innen, politische Entscheidungsträger*innen und lokale Führungskräfte zusammen. Derzeit wird eine zweite Konferenz vorbereitet, begleitet von der Erstellung von Dokumentationsmaterial, der Zusammenarbeit mit Universitäten und einer Ausweitung der Unterstützung im Bereich der Familienplanung.

Akteur*innen

Das Kernteam besteht aus der stellvertretenden Direktorin Jitka Opálková, der Sozialarbeiterin Nicol Maláčová und der Sozialpädagogin Olga Čonková Polláková, die mit Forschungskollegen von SocioFactor zusammenarbeiten. Zu den Partnern zählen die Plattform für frühkindliche Betreuung, der Regierungsbeauftragte für Angelegenheiten der Roma-Minderheit, das Museum für Roma-Kultur, kirchliche Organisationen, die Masaryk-Universität sowie ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen in Brünn. Das Team wird derzeit aktiv um weitere Roma-Frauen erweitert.

Wirkung

Roma-Frauen entwickeln sich von Objekten kontrollierender Politik zu aktiven Akteurinnen, die Entscheidungen über ihr eigenes Leben, ihre Gesundheit und die Zukunft ihrer Kinder treffen. Dies zeigt sich in ihrem wachsenden Selbstbewusstsein, der Aufarbeitung von Tabuthemen rund um Familienplanung und stärkeren Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und den Institutionen. Gemessen wird dies anhand von Interviews, Reflexionen aus der HCD-Forschung, der Beobachtung der Beteiligung, Veränderungen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung und der Übertragung des Modells auf andere Organisationen.

Transfer

Vertrauen und Mitbestimmung, die HCD-Methodik sowie ein Kooperationsmodell, das Sozialdienste, Gesundheitswesen, Forschung, Kirchen und kulturelle Einrichtungen miteinander verbindet, lassen sich gut auf andere Regionen übertragen. Gemeindeversammlungen, die Einbindung von Frauen als Mitgestalterinnen und ein sensibler Umgang mit Familienplanung lassen sich an unterschiedliche Kontexte anpassen. Das Projekt wird bereits mit anderen Organisationen geteilt und für eine systematische Verbreitung vorbereitet.