Viele Probleme im städtischen öffentlichen Raum bleiben ungelöst. Die Bürger wissen oft nicht, wie sie Probleme melden sollen, oder bezweifeln, dass sich dadurch etwas ändern wird. Auf kommunaler Ebene führen zersplitterte Zuständigkeiten zu langsamen, undurchsichtigen Verfahren. Die eigentliche Ursache liegt selten in böser Absicht, sondern in mangelnder Information und gegenseitigem Misstrauen. Verzögerte Maßnahmen treiben die Kosten in die Höhe, und Rückmeldungen der Bürger fließen selten in systemische Verbesserungen ein.
Járókelő – Active Citizens for Livable Cities
Projektträger: árókelő Közhasznú Egyesület, Jarokelo Public Benefit Association
Verantwortliche*r: Lukács Máté
2026
Nominiert
HU
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Recht, Gerechtigkeit
Lokale Entwicklung
Umwelt
Járókelő erleichtert die Meldung, Verwaltung und Nachverfolgung von Problemen im öffentlichen Raum durch einen transparenten Prozess. Ein landesweites Netzwerk von Freiwilligen sorgt für die Bearbeitung der Fälle, die Kommunikation mit den Kommunen und die Nachverfolgung. Es handelt sich nicht nur um ein technologisches Werkzeug, sondern auch um ein Kooperationsmodell, das strukturierte Beziehungen zu Kommunen und Dienstleistern aufbaut. Unterstützt wird es durch Barrierefreiheitsfunktionen, eine mobile App und ein datengestütztes Dashboard.
Ein Team aus fünf Fachkräften arbeitet mit einem Netzwerk von über 100 Freiwilligen zusammen. Über 70 ehrenamtliche Sachbearbeiter kümmern sich um die Weiterleitung von Meldungen und die Bearbeitung der Fälle unter der Aufsicht eines professionellen Koordinators, der für die Qualitätssicherung sorgt. Rund 30 weitere Freiwillige leisten administrative und rechtliche Unterstützung. Die federführende Organisation ist für die strategische Planung zuständig, während die technische Entwicklung im Rahmen einer projektbezogenen Zusammenarbeit mit Entwicklern erfolgt.
Járókelő trägt nicht nur zur Lösung städtischer Probleme bei, sondern fördert auch eine informierte und engagierte Bürgerschaft. Die Nutzer erwerben praktisches Wissen darüber, wie städtische Institutionen funktionieren. Die Wirkung wird anhand der Wiederbesuchsraten, der Bearbeitungszeiten für einzelne Fälle und des Engagements der Freiwilligen gemessen. Zehntausende von Meldungen werden zu visualisierten Berichten aufbereitet, wodurch den Kommunen ein regelmäßiges, datengestütztes Feedback ermöglicht wird.
Das Modell ist digital, skalierbar und institutionsunabhängig und lässt sich problemlos auf andere Gemeinden und internationale Kontexte übertragen. Der Meldeprozess ist nicht ortsspezifisch und hat sich bereits in über 20 ungarischen Gemeinden bewährt. Verbesserungen der Barrierefreiheit und eine in der Entwicklung befindliche mobile App erweitern seine Reichweite noch weiter. Über städtische öffentliche Räume hinaus lässt sich das Modell nahtlos auf andere Bereiche der Meldung von Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ausweiten.