Menschen mit geistiger Behinderung wird systematisch das Recht auf ein erfülltes Intimleben verwehrt. Ohne barrierefreie Bildungsangebote sind sie von Isolation und Gewalt bedroht. Ein weit verbreitetes Tabu unter Betreuungspersonen führt eher zu Einschränkungen als zu Unterstützung. Die gleichzeitige Einbeziehung von Menschen mit geistiger Behinderung, ihren Familien und Fachkräften gewährleistet eine einheitliche Vorgehensweise und verwandelt soziale Dienste in Räume, in denen Selbstbestimmung respektiert wird.
Open Path
Projektträger: Freya, z. s.
Verantwortliche*r: Kamila Šimková
2026
Nominiert
CS
Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft
Diversität
Bildung
Soziales, Gesundheit
Das Modell stützt sich auf drei Säulen: Gruppensitzungen zu den Themen Einwilligung, Grenzen und Emotionen; Elterngruppen zur Stärkung des Selbstvertrauens der Betreuungspersonen; sowie die Vermittlung von Methoden, die es den Mitarbeitern ermöglichen, das Programm eigenständig umzusetzen. Indem das Modell gleichzeitig einen Einstellungswandel im gesamten Umfeld bewirkt, leitet es einen systemischen Wandel ein. Es ist umfassend in der Praxis erprobt und bereit für die Übertragung auf andere Einrichtungen.
Das Expertenteam von Freya leitet den Umsetzungsprozess, wobei zwei Berater für die Entwicklung der Methodik und der Workshops verantwortlich sind. Ein Grafikdesigner mit Erfahrung in der Sozialberatung sorgt dafür, dass die Arbeitsmittel für Menschen mit geistiger Behinderung zugänglich sind. In zertifizierten Kursen wird das Know-how an Fachkräfte in der Praxis weitergegeben, die das Programm anschließend eigenständig in ihren jeweiligen Organisationen umsetzen.
Vor- und Nachuntersuchungen zeigen einen durchschnittlichen Wissenszuwachs von 40 %, wobei Interviews eine veränderte Einstellung gegenüber persönlichen Grenzen bestätigen. Das Projekt bekämpft Stigmatisierung und etabliert Sexualität als legitimes Thema in der Sozialarbeit. Die anerkannte Methodik bewirkt einen Wandel in der Praxis von einer restriktiven hin zu einer unterstützenden Herangehensweise, und die Nachfrage seitens anderer Organisationen dient als weiterer Indikator für den Erfolg.
Ein Leitfaden für die Gruppenarbeit und begleitende Arbeitsblätter ermöglichen eine eigenständige Umsetzung. Obwohl das Modell für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelt wurde, gelten die Prinzipien auch für Kinder in Pflegefamilien und inklusiven Schulen. Die erfolgreiche Anpassung für gehörlose Menschen bestätigt die Flexibilität des Modells. Das modulare, kulturell anpassbare Modell funktioniert über Regionen, Zielgruppen und Landesgrenzen hinweg.