SozialMarie - Preis für innovative Sozialprojekte

PreisträgerInnen 2010

15 Projekte, 2 Seite/n

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1. Preis

Kein Kies zum Kurven Kratzen (Steiermark)

Neuer Armut entgegenwirken

Als künstlerische Intervention in den sozialen und politischen Raum aktiviert das Projekt auf unterschiedlichen Ebenen zur kulturellen und politischen Partizipation und Lösungssuche, um neuer Armut entgegenzuwirken. In Forumtheateraufführungen, Workshops und Straßentheaterszenen wurden Erfahrungen mit und Auswirkungen von Armut thematisiert, zum Ausdruck gebracht und kreativ bearbeitet. Die HauptakteurInnen sind armutsbetroffene oder armutsgefährdete Menschen, die sich über dieses Projekt nicht nur Gehör verschafften, sondern aktiv an der Lösungssuche mitwirken.

Ansprechperson: Mag. Dr. Michael Wrentschur

Telefon: +43 316 720935, +43 650 7209351

E-Mail: office(at)interact-online.org

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Würdigung der Jury: Die Auseinandersetzung mit der neuen Armut in Rollenspielen und Theateraufführungen stärkt unmittelbar die involvierten Personen, macht Armut diskutierbar und setzt gleichzeitig weiter reichende Impulse auf der politischen Ebene zur Bekämpfung und Prävention von Armut . Die laufende wissenschaftliche Analyse und Evaluierung sichert Weiterentwicklung und argumentative Fundierung. Eine gelungene Verbindung von engagiert-partizipativem Theater, fundierter gesellschaftspolitischer Kritik und zielführenden Aktionen, komplex und konkret zugleich. Möge die österreichweite Ausdehnung 2010 dieselben herzeigbaren Resultate bringen wie in der Steiermark!

2. Preis

LebensDESIGN (Salzburg)

Ein Kommunikationsprojekt der anderen Art

In einer Kooperation der Lebenshilfe Salzburg mit Porsche Design-Studio und der Fachhochschule Salzburg, Studiengang Design und Produktmanagement, entstanden hochwertige Entwürfe für Lichtquellen, Möbel, Spiele und Accessoires, welche von Menschen mit Behinderung in den Lebenshilfe Werkstätten gefertigt wurden. Über den Umweg des Designprodukts etablieren wir neue Bilder von Menschen mit Behinderung in uns und in der Gesellschaft.

Ansprechperson: Mag. Claudia Tomasini

Telefon: +43 662 820 98417

E-Mail: claudia.tomasini(at)lebenshilfe-salzburg.at

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Würdigung der Jury: Zwei Welten, völlig unterschiedlich ausgerichtet, arbeiten zusammen. Diese Zusammenarbeit will das Bild, das sich die Gesellschaft, also wir alle, zu Menschen mit Behinderungen und deren Leistungsvermögen machen, konterkarieren. Menschen mit Behinderungen produzieren Luxus. Die angehenden DesignerInnen der Fachhochschule beschäftigen sich mit den Produktionsbedingungen von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Das Porsche Design Studio kann seine Kreativität ganz anders zeigen. Ich kaufe LebensDESIGN-Produkte nicht aus Mitleid sondern wegen der Marke. Die Expansion ist bereits geplant, wir wünschen, dass sie gelingt. Insbesondere in den Köpfen!

3. Preis

Balu und Du (Wien)

StudentInnen (Balus) der PH betreuen einmal in der Woche Kinder der Europaschule (Moglis), die aus verschiedenen Gründen eine (zusätzliche) erwachsene Bezugsperson brauchen. Die Tandems treffen einander zwei Semester lang regelmäßig, wobei die Kinder sprachlich, sozial und in ihrer gesamten Persönlichkeitsentwicklung gestärkt (Empowerment) werden. Nach Ablauf des Jahres stehen die Balus den Moglis weiterhin sporadisch (z.B. in Krisensituationen) als Kontaktpersonen zur Verfügung.

Ansprechperson: Dr. Gabriele Lener

Telefon: +43 699 11 9193 96

E-Mail: gmlener(at)gmx.at

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Würdigung der Jury: SchülerInnen aus sozial schwierigem Umfeld erwerben soziale Kompetenzen und Selbstsicherheit für ihr weiteres Leben, die elterliche Erziehung wird komplettiert, die Klassengemeinschaft unterstützt, die KlassenlehrerInnen werden entlastet, die Studentinnen auf ihr zukünftiges Berufsleben realitätsnäher vorbereitet. Eine positive Wirkung tritt unmittelbar ein, sichtbar am Verhalten der Moglis, oder daran, dass einen Balu zu haben als Auszeichnung erlebt wird, am Engagement der StudentInnen und LehrerInnen, an den wissenschaftlichen Ergebnissen. Ein – noch – kleines, aber effizientes Korrektiv der sozialen Schere im Bildungsbereich, wir hoffen auf Expansion und Nachahmung!

1000 Euro Preis

DélUtán Középkorú és Idős Emberek Lelkisegély Szolgálata (Ungarn)

AfterNoon Foundation – Helpline for middle-aged and elderly people

The primary aim of the project is to operate a telephone helpline, which eases the problems of middle-aged and elderly people by anonymous supportive conversations. The line can be reached from the whole country seven days a week, free of charge. The callers can enjoy the benefits of emphatic listening and anonymity, counselling without judgment or criticism. All workers on the project (45 people) are volunteers who do not receive any remuneration.

Ansprechperson: Ágnes Recski

Telefon: +36 20 320 7979

E-Mail: delutankuratorium2(at)gmail.com

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Würdigung der Jury: Leicht zugängliche Hilfe für eine stetig größer werdende Bevölkerungsgruppe, die als unterscheidbare Zielgruppe, 45+ und 60+, mit speziellen Fragestellungen und (Alltags)Problemen wahrgenommen und bedient wird. Ehrenamtlichkeit schließt hohe Ansprüche an die erbrachte Leistung nicht aus, Professionalität wird etwa durch die regelmäßigen Einzel- und Gruppensupervisionen gewährleistet. Das Projekt ist gut vernetzt, interdisziplinär aufgestellt, entwickelt jährlich neue Angebote und will demnächst – telefonisch – in andere Länder expandieren. Wir freuen uns schon auf die Anrufmöglichkeit aus Österreich.

1000 Euro Preis

Holocaust wagon exhibition (Ungarn)

The exhibition shows the history of the Hungarian Holocaust by displaying period artefacts. Within the wagon visitors participate in a time-travel, they gain insight of how it was to be the target of hatred and rejection in 1944, and how a man could survive through the life of a young Jewish football-player from Debrecen. The museum travels around the country since 2007 stopping in cities for a while, where visitors may see it free of charge.

Ansprechperson: Ilona Novák

Telefon: + 36 30 852 8018

E-Mail: ilonanovak(at)gmail.com

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Würdigung der Jury: Ein ambitioniertes Projekt, das mit viel freiwilligem Engagement die Geschichte des Holocaust zu den Menschen, zu den jungen Menschen fahren will, damit Geschichte, rassistische Hetze und antisemitischer Terror sinnlich erlebbar werden. In vielfältiger Kooperation – mit den ungarischen Eisenbahnen, mit Museen, Filminstitutionen, mit StudentInnen sowie den politischen Autoritäten und Institutionen vor Ort – bietet der Wagon bis 2015 für alle 328 ungarischen Städten einen mobilen Ort der Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte Ungarns und der jeweiligen Stadt. Angesichts der aktuellen politischen Situation wichtiger denn je – möge die Botschaft gehört werden.

1000 Euro Preis

IGR – Zukunft im Grenzraum (Burgenland)

Das ETZ-Projekt „IGR - Zukunft Im Grenz Raum“ ist ein grenzüberschreitendes Projekt des ÖGB Burgenland und der MSZOSZ Westungarn. Das Projekt mit einer Laufzeit von 7 Jahren (1.1.2008 bis 31.12.2014) wird von der EU, dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie der ungarischen Regierung finanziert. Durch die Projektmaßnahmen soll ein Beitrag zur positiven, integrativen und reibungslosen Gestaltung, sowie zur zielgerichteten effizienten Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Grenzregion Burgenland - Westungarn geleistet werden. Eines der wesentlichsten Ziele des Projektes ist die Information und Beratung der ArbeitnehmerInnen in der Region Burgenland – Westungarn in Fragen der grenzüberschreitenden Beschäftigung. Dadurch soll Lohndumping und Verdrängungswettbewerb verhindert und die Beschäftigung zu ordnungsgemäßen Lohn- und Arbeitsbedingungen erreicht werden.

Ansprechperson: Mag. Eszter Toth

Telefon: +43 664 6145125

E-Mail: eszter.toth(at)oegb.at

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Würdigung der Jury: Eine sehr notwendige grenzüberschreitende Zusammenarbeit von gewerkschaftlichen Organisationen, damit die Ungleichgewichte des Arbeitsmarktes zwischen Burgenland und Westungarn weniger ungestraft die Schwächsten auf diesem Markt trifft. Die Unterstützung kommt – sprachlich und örtlich – so nah wie möglich zu den betroffenen ArbeitnehmerInnen, in verschiedenen Grenzorten, in den Betrieben, an den Grenzübergängen. Konkret nützlich für den oder die Einzelne, bewusstseinsbildend für die arbeitsmarktpolitischen Akteure, gegenseitige Vorurteile abbauend für die Öffentlichkeit. Gemeinsam gegen falsche Feindbilder, wir wünschen einen langen Atem.

1000 Euro Preis

innovia Akademie (Tirol)

Die innovia Akademie ist auf Bildungsinhalte zum Thema Chancengleichheit und Barrierefreiheit spezialisiert. Vorträge, Kurse und Seminare zu diesen Themen werden durch eigens dafür ausgebildete und angestellte Fachkräfte mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen oder in Tandems von ReferentInnen mit und ohne Behinderungen durchgeführt. Die innovia Akademie verfolgt das Ziel „keine Bildungsmaßnahme über Menschen mit Behinderung ohne Menschen mit Behinderung“ anzubieten.

Ansprechperson: Mag. Vera Sokol

Telefon: +43 (0) 676 843 843 20

E-Mail: vera.sokol(at)innovia.at

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Würdigung der Jury: Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten und Behinderungen lehren wie Organisationen und Institutionen mit dem Thema ‚Behinderung, Chancengleichheit und Barrierefreiheit’ sinnvollerweise umgehen sollen, ExpertInnen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen arbeiten als qualifizierte Workshop- und SeminarleiterInnen mit, um ihre Erfahrungen in das Lernen einfließen zu lassen. Eigentlich selbstverständlich, oder? Wir möchten uns bedanken, dass mit diesem Projekt die Selbstverständlichkeit – nicht über sondern von Menschen mit Behinderungen lernen – Einzug in die Praxis hält.

1000 Euro Preis

LASST DIE WELT HEREIN – ICH MÖCHTE – MICH SEIN (Wien)

Eine Vision auf dem Weg zur Verwirklichung

Pflegeheime sind meist spitalsähnlich strukturiert und sichern die pflegerische und medizinische Betreuung, wobei für die sozialen Bedürfnisse der Betroffenen nur wenige Ressourcen zur Verfügung stehen. Das 3- jährige Projekt „LASST DIE WELT HEREIN - ICH MÖCHTE – MICH- SEIN“ hat sich zum Ziel gesetzt, Konzepte für eine Lebenswelt im Pflegeheim für und mit den BewohnerInnen zu erstellen, welche die sozialen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, dem Wohlbefinden dienen und eine Weiterentwicklung fördern. Mit dem sozialwissenschaftlichen Instrument der Sozialkapital-Messung wurde eine Studie durchgeführt.

Ansprechperson: DGKS Silvia Haupt

Telefon: +43 1 28802 8462

E-Mail: silvia.haupt(at)wienkav.at

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Würdigung der Jury: Im Kontext eines großen Geriatriezentrum wird eine Station umgestellt, auf Bezugspflege, auf wohnliche Atmosphäre, darauf, dass der Ablauf auf den/die Einzelne ausgerichtet ist, dass nicht das Stationäre im Vordergrund steht, sondern das Normale im Leben. Der Gesundheitszustand der BewohnerInnen verbessert sich, das zeigt nicht zuletzt die laufende wissenschaftliche Evaluierung, die Krankenstände der MitarbeiterInnen verringern sich um 20%. Daher werden zwei weitere Stationen umgestellt. Eine mutige, eine ermutigende Maßnahme für ältere und alte Menschen. Wir hoffen, dass sich in einigen Jahren alle 9 Stationen am ‚normalen täglichen Leben’ orientieren.

1000 Euro Preis

LIBIDA-SEXUALBEGLEITUNG (Steiermark)

LIBIDA-SEXUALBEGLEITUNG® ist eine Möglichkeit, Körper und Sexualität lustvoll zu erleben. Jede erotisch-sexuelle Begegnung wird von der SexualbegleiterIn gemeinsam mit der KundIn auf einfühlsame Weise gestaltet. LIBIDA-SEXUALBEGLEITERINNEN sind selbständig tätig und arbeiten unter bestimmten Qualitätsstandards mit der Fachstelle.hautnah. der alpha nova BetriebgesmbH. zusammen. Geschlechtsverkehr und Oralsex sind aus gesetzlichen Gründen nicht möglich. Das Angebot wurde mit und für Frauen und Männer mit Behinderung entwickelt.

Ansprechperson: Dr Doris Krottmayer

Telefon: +43 3135 56382-23

E-Mail: hautnah(at)alphanova.at, www.libida-sexualbegleitung.at

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Würdigung der Jury: Zwei noch immer eher tabuisierte Bereiche, Sexualität und Behinderung, werden gemeinsam in die Öffentlichkeit getragen: Die erotisch-sexuelle Begegnung zwischen einem oder einer SexualbegleiterIn und einem Menschen mit Behinderung wird als eigene professionelle Dienstleistung angeboten. Sie kann gekauft und genossen werden. Einfach so. Einfach so wird gezeigt, dass Menschen mit Behinderungen, wie alle Menschen, sexuell-erotische Bedürfnisse haben, die sie befriedigen wollen. Die Steiermark übernahm eine Vorreiterrolle. Die Erweiterung in andere Bundesländer ist schon geplant…

1000 Euro Preis

Magdi (Ungarn)

social communication and innovative tools in community development in the VIII. district of Budapest

MAGDI is a social communication project. We are creating innovative channels of communication and events with a special focus on a certain neighbourhood. Our goals are: Reintegration of the underprivileged Magdolna Quarter and other parts of district VIII in the social and cultural life of Budapest. Empowerment of the local community to be able to solve their everyday problems, to organize itself, generate public debate and influence local politics. Contact and details: www.zofi.hu.

Ansprechperson: Monika Balint

Telefon: +36-70-280-30-62

E-Mail: moni(at)zofi.hu

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Würdigung der Jury: Jung, unabhängig und gleichzeitig gut eingebunden. Ein umtriebiges Netzwerk als Plattform und Einladung an jeden und jede BewohnerIn für ein Aktivsein im Sinne der – sozial noch fragilen – Gemeinschaft in einem schon zu lange vernachlässigten Teil der Budapester Josefstadt. Stadtteilzeitung, Videoblog, Straßenfestival, Kunstaktion, Workshops, Tauschflohmark,… – die BewohnerInnen organisieren sich selbst. Vielfältiges community development, eine grassroots-Bewegung von der feinsten Sorte. Wir wünschen der umsichtigen Energie der AktivistInnen viele Tankstellen, auf dass sie die soziale und kulturelle Distanz des Viertels zum Rest von Budapest überwinden hilft.

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