20.000 Meilen - The Captain Nemo Music Band

1.000 Euro Preis 2006

Land: Österreich

Region: Wien

Handlungsfelder: Kunst, Migration

Projektträger: Verein Windhundkultur/Windhundrecords

Verantwortliche*r: Joao de Bruçó

Worum geht es?
"20.000 Meilen" ist ein subversives, wildes und etwas skurriles Bewegungs- und Musiktheater, frei nach dem bekannten Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Vernes. Die U-Bootbesatzung - Schauspieler, Musiker, Bühnen- und Kostümbildner - sind Jugendliche Flüchtlinge aus Westafrika und Zentralasien. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Joăo de Bruçó und zwei weiteren professionellen Schauspielern treiben sie die Handlung zu einem großen Teil durch ausdrucksstarke Bewegungen und Tänze voran. Den lebendigen Soundtrack dazu liefert die "Captain Nemo Music Band" auf selbstgebauten Instrumenten, deren Bestandteile sie auch im Abfallcontainer finden. Alle Beteiligten sind junge Asylwerber, "U-Boote" unserer Gesellschaft. Sie arbeiteten mit großem Eifer an den Rollen, an der Herstellung der Kostüme und des Bühnenbildes sowie am unverwechselbaren Soundtrack des Stücks.
Würdigung der Jury
Musiktheater und Musikband mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Der Musiker Joăo de Bruço und zwei Schauspieler betreuen, unterstützt von SOS Menschenrechte, die 60 an der Produktion beteiligten AsylwerberInnen. Probenbegleitend gibt es verpflichtend einen Deutschkurs. Die Requisiten und Musikinstrumente werden überwiegend selbst aus Recyclingmaterialien von Müllplätzen gebaut. Das sehr problemadäquate und zielgruppenwertschätzende Vorgehen wirkt für die Beteiligten - vielfach schon wegen der Schaffung einer Tagesstruktur - ermächtigend. Die integrativen Auswirkungen passieren nach innen - während der Proben und Vorbereitungen - sowie nach außen, mittels öffentlicher Aufführungen. Die zahlreichen Auftritte bezeugen den Erfolg dieses Projektes