füruns Extremismusprävention

Projektträger: füruns - Zentrum für Zivilgesellschaft (Center for Civil Society)

Verantwortliche*r: Andrea Mayrwöger

2025

Nominiert

AT

Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Herausforderung

In Österreich gibt es verschiedene Angebote zur Extremismusprävention, die jedoch meist auf die Soziale Arbeit im direkten Klient:innenkontakt oder auf Schulen ausgerichtet sind. Im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements, in dem rund 49 % der über 15-Jährigen freiwillig tätig sind, fehlte es an entsprechenden Maßnahmen. Freiwillige und Freiwilligenkoordinator:innen können dabei direkt mit Extremismus und extremistischem Gedankengut konfrontiert werden. Da sich viele Menschen dort radikalisieren, wo sie ihre Freizeit verbringen, spielt der Freiwilligenbereich eine entscheidende Rolle. Unser Projekt schließt diese Lücke und stärkt zivilgesellschaftliches Engagement im Umgang mit Extremismus.

Idee

Unser Ziel ist die Stärkung der Demokratie durch Angebote im Bereich der Primär- und Sekundärprävention, wie die Vermittlung von Werten und Kompetenzen, die sich an Demokratie und Menschenrechten orientieren. Wir fördern den Austausch zwischen Akteur:innen des Freiwilligenbereichs und Organisationen, die in der Extremismusprävention tätig sind, sowie die Vernetzung von Freiwilligen und Freiwilligenkoordinator:innen untereinander. Unsere Servicestelle bietet umfassende Unterstützung: Sie erhebt die Bedürfnisse der Akteur:innen, bereitet Informationen zu bestehenden Angeboten auf, entwickelt partizipativ neue Formate und baut einen Expert:innenpool auf. Eine Website dient als zentrale Plattform für Information und Vernetzung auf österreichweiter Ebene.

Akteur*innen

Das Zentrum für Zivilgesellschaft fungiert in diesem Projekt als Koordinations- und Vernetzungsstelle, um bestehende Angebote gezielt für Freiwillige, Freiwilligenorganisationen und die Zivilgesellschaft zugänglich zu machen. Darüber hinaus schaffen wir Räume, um neue Angebote zu entwickeln und möglichst breite Teile der Zivilgesellschaft einzubinden. Kooperationen mit bestehenden Organisationen bilden die Grundlage, um Fachwissen externer Partner:innen im Bereich Extremismusprävention zu nutzen und Synergieeffekte zu erzielen.

Wirkung

Die Innovation in der Umsetzung liegt zum einen darin, dass wir unser Angebot stets an aktuellen Entwicklungen ausrichten. So haben wir nach dem Zeigen des "Wolfsgrußes" bei der Fußball-WM einen Online-Workshop zum Thema "Graue Wölfe" organisiert. Im "Super-Wahljahr 2024" lag ein Schwerpunkt auf der Mobilisierung der Wähler:innen, und die Programmgestaltung des Symposiums der Zivilcourage 2024 orientierte sich an relevanten Themen wie antimuslimischem Rassismus, Homo- und Transphobie oder Rechtsextremismus. Zum anderen liegt die Innovation darin, bestehende Ressourcen zu bündeln, Synergien zu nutzen und durch den Austausch mit Expert:innen aus der Praxis Wissen zugänglich zu machen. Anstatt das Rad neu zu erfinden, schaffen wir gezielte, praxisnahe Angebote für unsere Zielgruppen.

Transfer

füruns Extremismusprävention ist österreichweit hervorragend vernetzt. Seit 2023 sind wir Mitglied im No Hate Speech Komitee, wo wir mit führenden Akteur:innen der Extremismusprävention zusammenarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit entwickeln und gemeinsam auf aktuelle Herausforderungen reagieren. Wir pflegen kontinuierlich den Austausch mit neuen Kooperationspartner:innen und Fördergeber:innen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Gemeinden wenden sich an uns, um Formate für ihre Bürger:innen zu entwickeln oder unsere Expertise im Bereich Vernetzung zu nutzen. Sogar Schulen, die nicht direkt zu unserer Zielgruppe zählen, fragen Workshopangebote bei uns an. Diese leiten wir beispielsweise an das kostenlose Angebot des ÖAD weiter.