Court monitoring of intimate partner violence cases

2.000 Euro Preis 2016

Land: Ungarn

Region: Landesweit umgesetzt

Sektor: Zivilgesellschaft / Sozialwirtschaft

Handlungsfelder: Erwachsenenbildung

Projektträger: People Against Patriarchy (PATENT Association)

Verantwortliche*r: Spronz Júlia

Webseite: Link zur Website

Worum geht es?

Wenn Frauen häusliche Gewalt anzeigen und der Fall vor Gericht landet, setzt sich nicht selten die Gewalt in anderer Form fort. Mit dem 'Court Monitoring', in Ungarn bisher unbekannt, werden zum einen die konkret geschädigten Frauen in ihrem Vorgehen gegen ihren gewalttätigen Beziehungspartner unterstützt, zum anderen sollen Frauen so grundsätzlich motiviert werden, ihre Rechte auch vor Gericht durchzusetzen. Studierende des Rechts und der Psychologie werden für das Monitoring ausgebildet, Richterinnen und Richter geschult, Trainingsmaterial für die Universität, das Gericht und für NGOs, die andere diskriminierte Personengruppen vor Gericht betreuen, zusammengestellt. Damit strukturelle Gewalt transparent wird.

Würdigung der Jury

Der Gender Gap macht auch vor Justitia nicht Halt. Vor Gericht ist es strukturelle Gewalt, die der direkten psychischen oder physischen Gewalt durch den Beziehungspartner folgt. Strukturelle Gewalt ist noch schwerer erkennbar. 'Court Monitoring' leistet eine in seiner Komplexheit innovative Intervention in das Rechtssystem im weitesten Sinn – es beginnt mit der Frage wie viel ich mir daheim vom Partner gefallen lasse oder wie gut meine Chancen bei einer Klage stehen. Eine kontrollierende Beobachtung, die bei der Gerichtsverhandlung sichtbar auftritt, kann das Verhalten der Akteurinnen und Akteure ebendort bereits verändern. Institutionalisiertes Feedback in Folge kann Muster nachhaltig stören. Es ist not-wendig.